St. Marien Seniorenheim um 2020
Das Marienhospital wurde im Jahre 1890 als Stiftung von den Schwestern der Göttlichen Vorsehung am Griether Markt gegründet. Unter diesem Dach entwickelten sich unterschiedliche Standbeine: Krankenhaus, Wohneinheiten für körperlich und geistig Behinderte, Heim für ältere Menschen, Hort für Schifferkinder, Kindergarten, Näh- und Handarbeitsschule und Ausbildungsstätte für 14-jährige Mädchen.
Die Menschen mit Behinderungen unterstützten die Schwestern entsprechend ihrer Fähigkeiten im Waschhaus, im riesigen Garten, im Schweinestall, beim Putzen und Fegen. Altenpflege im Spital war dem Orden schon in frühen Jahren ein Anliegen. Die heranwachsenden Mädchen wurden zu Hausfrauen erzogen und die Schifferkinder besuchten die örtliche Schule.
Im Fokus stand der Gedanke, die Griether aller Gesellschaftsschichten durch medizinisches Wissen und fachkundige Pflege ihrer Kranken zu entlasten. Zwei Krankenschwestern wirkten im Haus und gingen auf Wunsch in die Wohnungen, um Patienten und Sterbenden zu helfen.
Ein Raum diente als „OP“. Hier führte ein Arzt unter Assistenz einer Schwester Operationen durch (Gallenblasen- und Blinddarmentfernung, Bruchbeseitigung).Zehn Betten waren fast immer mit Kranken und Genesenden belegt und manche Frau ließ sich hier nach der Geburt eines Kindes herrlich verwöhnen. Auch eine Kapelle und eine Leichenhalle gehörten zum Haus.
Der Kindergarten, einer der ersten in Deutschland, war ein großer Gewinn für die Gemeinde. Durch schwere Arbeit und eine große Kinderschar gestresste Eltern begrüßten dieses Angebot und schickten ihre Kleinen in die „Verwahrschule“, die zu einem geringen Preis, oft auch unentgeltlich, unter Leitung einer Ordensschwester geöffnet hatte. Bei der Betreuung von 70 Kindern mit scharrenden Holzschuhen wurde auf Gehorsam und Disziplin immer geachtet „Finger auf den Mund, das ist gesund!“. Trotzdem fehlten Liebe und Zuwendung nicht. Es wurde viel gespielt und gebastelt.
Besonderer Wert wurde auf ein christliches Fundament gelegt (Vermittlung von Gebeten und Kirchenliedern, Erzählungen aus dem Leben der Heiligen).
Im Laufe vieler Jahre fanden etliche Umbauten und Erweiterungen am Krankenhaus statt (sieben Häuser wurden durch Erbschaft oder Kauf erworben). Das Hospital wurde geschlossen und die Ordensschwestern verließen Grieth. Der Kindergarten wurde ausgelagert (heute „die Deichspatzen“ am Stadtwall). Das gesamte Gebäude wurde Altenheim.
Das St. Marien – Haus für Senioren wurde 2010 eröffnet.
Text: Elsmarie van Ackeren
| Ort | Kalkar |
| Autor | Grieth am Rhein |
| Kategorien | Stadtbild Tourismus |
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| Bildquelle | Förderverein Hansestadt Grieth |
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