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Station 4

jüdische Kinder

Mia: Wir haben den Namen gefunden. Der Papa von Ronja hat tatsächlich früher
hier gearbeitet. Ich habe jetzt aber nochmal eine Frage: Hat Ronjas Familie dann
gemerkt, dass sie nicht mehr dazugehören?

Passant: Da bin ich mir sicher, ja. Viele jüdische Familien haben im Alltag erlebt,
dass sie von den anderen Menschen ausgegrenzt wurden.
Mia: Und die Kinder? Durften jüdische Kinder weiter in die Schule gehen?
Passant: Am Anfang ja. Jüdische Kinder gingen zuerst mit allen anderen Kindern
zusammen zur Schule. Später durften sie dann nicht mehr selbst entscheiden und
alle jüdischen Kinder aus Freiburg mussten auf die Lessingschule.
Mia: Also wurden die Kinder dann gegen ihren Willen getrennt?
Passant: Ja, die jüdischen Kinder wurden von den anderen Kindern getrennt. Viele
konnten dann nicht mehr mit ihren Freundinnen und Freunden zusammen auf die
Schule gehen. Mit der Zeit wurden sie immer mehr und mehr ausgeschlossen. Sie
durften nicht mehr hier arbeiten, ihnen wurden Geschäfte weggenommen, man
sollte keinen Kontakt mehr mit Jüd*innen haben und noch viel mehr. Jüdische
Menschen mussten damals sogar einen gelben Stern auf ihrer Kleidung tragen.
Der sollte zeigen, dass die Menschen jüdisch waren und man sie deshalb
umgehen sollte.
Nicht, weil sie etwas falsch gemacht hatten, sondern nur weil sie jüdisch waren.
Mia: Das ist ja gemein. Nichtmal mehr die Schule war ein sicherer Ort.
Passant: Genau. Für viele Kinder wurde die Schule ein Ort der Ausgrenzung.
Mia: Das hört sich echt schlimm an... In eine Schule darf doch eigentlich jedes
Kind kommen. Die Schule ist doch ein Ort, an dem jeder dazugehören darf.
Ich frage mich... Oder nein ich frage erstmal euch:
Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr plötzlich nicht mehr mit euren Freundinnen
und Freunden zusammen in einer Klasse sein dürftet?

Ort Freiburg im Breisgau
Autor ph.fr.studis
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Lizenz Creative Commons BY-SA
Bildquelle
Bundesarchiv Bild 101III-Wisniewski-025-30, Polen, Ghetto Litzmannstadt, Bewohner
Urheber
Bundesarchiv
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