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Textilwarenhandel Fischer | 1912

Lieber Seide und Baumwolle als biedere Leinenunterwäsche

Die gesamte rechte Seite der Gutenbergstrasse wird vor 100 Jahren von dem Warenhaus Wilhelm Fischer belegt. Die Lager sind gefüllt mit Garnen, Strick- und Wollware sowie Weiß- und Kurzware. Weißware lässt uns heute eher an Elektrogeräte denken, war aber früher ein feststehender Begriff für Unterwäsche, welche es lange Zeit ausschliesslich aus gebleichtem Leinen gibt. Leinen ist besser waschbar als Wolle und viel einfacher zu spinnen als Baumwolle. Ein grosses Angebot unterschiedlicher Stoffe und Verarbeitungen wird erst im 19. Jahrhundert bezahlbar. Dank Spinn- und Webmaschinen werden Textilien aus Baumwolle - einst exklusive Luxusgüter - zu Massenwaren für das Bürgertum. Weiche, fliessende und glänzende Stoffe aus Chiffon- und Satinseide oder veredelter Baumwolle ergänzen und verdrängen nun die tradionelle biedere Leinenwäsche. Über den Tresen des Warenhauses geht darüber hinaus einfache Kurzware wie Knöpfe, Schnallen, Schnüre, Bänder und Nadeln. Aber auch Schmuckelemente wie Borten, Kordeln, Quasten, Volants oder Spitzen sind sehr gefragt. Das Bürgertum der Kaiserzeit liebt kunstvoll dekorierte Kleider und Eigenheime.

Als Wilhelm Fischer das Warenhaus 1868 eröffnet, gibt es bereits über 20 Geschäfte mit ähnlichem Sortiment in Freiburg. Insbesondere der Konkurrenzdruck von der Kaiserstrasse - traditionell Freiburgs Einkaufsmeile - ist hoch. Noch näher ist die Konkurrenz vom Unterlindenplatz, wo das Textilhaus Carl Fabel fünf Jahre nach Wilhelm Fischer startet. Dennoch bleibt das Warenhaus an dieser Stelle über 70 Jahre eine feste Größe in der Freiburger Geschäftswelt bis zur völligen Zerstörung beim Bombenangriff 1944. 

Ort Freiburg im Breisgau
Autor Romalu3
Kategorien
Suchbegriffe / Tags
Geschäft
Warenhaus
Wilhelm Fischer
Strickware
Wollware
Weißware
Kurzware
Unterwäsche
Leinen
Baumwolle
Chiffonseide
Satinseide
Quasten
Spitzen
Borten
Kordeln
Lizenz Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle
www.alt-freiburg.de
Urheber
Unbekannt

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