Trittligasse um 1970
Über der Tür von Trittligasse 2 sitzt ein modellierter, bunter, den erst das 20.Jahrhundert hingestellt hatte ein Papagei. Er bewacht zurecht dieses Haus, denn es heisst «Sitkust». Der Name kommt, so berichtet es der Buchhändler Heinrich Fries in seinem Werk über das Oberdorf von «psittacus», Papagei oder Sittich. Warum es so heisst, weiss man nicht, vielleicht hatte der Chorherr Jacobus Rufus, der erste urkundliche erwähnte Besitzer, so einen. Der Sitkust war aber für die früheren Bewohner kein wirklich guter Ort. Dieses Haus wurde zum Kraftzentrum der städtischen Politik, die Besitzer mussten dafür aber sehr teuer zahlen. Denn Heinrich Schüpfer und sein Sohn Rudolf waren Gegner von dem machtgierigen Bürgermeister Rudolf Brun, einer Renaissance Gestalt. 1350 wurden die Schüpfers mit 26 anderen in der «Zürcher Blutnacht» erschlagen, wie auch der Nachbewohner, der nicht weniger machtgierige Bürgermeister Hans Waldmann, im Jahr 1489 geköpft wurde. Er regierte Zürich mit harter Hand, als er dann anwies, die grösseren Hunde zu töten, da sie der Jagd schadeten, brachte das das Fass zum überlaufen. Daraus entstand ein Aufstand und er wurde geköpft. Als man nach dem Tod von Hans Waldmann das Haus geräumt hatte, fand man etwa 30'000 Gulden, ungefähr 32'000 Liter Wein, 500 Säcke Hafer, über 70 Silbergeschirrstücke und viele kostbare Kleider. Nach diesen Ereignissen ernannte man nur noch halbjährlich oder jährlich einen Bürgermeister der Zürich regierte.
| Ort | Zürich |
| Autor | Giaci |
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| Urheber | Unbekannt |