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Untertor

Mörder traten von hier den letzten Pfad zur Richtstätte an

Hier in der Seestadt beim früheren See stand bis zum Jahr 1899 das Untertor. Erbaut aus großen Steinquadern ragte es mit seinem imposanten, mittelalterlichen Brücken- und Torhaus empor.

Doch mit dem geraden Ausbau der heutigen Marktstraße nach Norden und dem Bau der Seedammbrücke im Jahr 1825 verlor das Untertor seine ursprüngliche Funktion als Stadttor.
Das Torhaus wurde fortan als Amtsgefängnis genutzt. So mancher der Insassen kam nach Verbüßung seiner Haftstrafe wieder auf freien Fuß. Wer jedoch schwere Straftaten begangen hatte, trat von hier aus den letzten Pfad zur Richtstätte an, dem sogenannten „Blutfeld“. In Anlehnung an die mittelalterliche Gerichtsbarkeit wurde die Strafe für alle sichtbar vollstreckt.

Noch 1854 fand eine der letzten öffentlichen Hinrichtungen Badens auf dem Richtplatz nahe Adelsheim statt. Ein Tagelöhner hatte seine Ehefrau mit einem Strick nachts im Schlaf erdrosselt. Der Mörder wurde mit einem einzigen Schwertstreich hingerichtet. Etwa 5000 Schaulustige fanden sich ein, um dem Ereignis beizuwohnen.

Nur zwei Jahre später wurden öffentliche Hinrichtungen mit dem Richtschwert in Baden endgültig verboten. Die Todesstrafe hatte künftig mit dem Fallbeil ohne Zuschauer zu erfolgen.   

Das Torhaus diente noch bis 1866 als Amtsgefängnis. 1899 wurde das Untertor schließlich abgerissen und es blieb lediglich ein Teil der östlichen Mauer mit dem Torhaus erhalten.

Ort Adelsheim
Autor Stadt Adelsheim
Kategorien
Stadtbild
Erinnern
Stadttor/-mauer
Straße/Verkehr
Suchbegriffe / Tags
Stadttor Adelsheim
Untertor Adelsheim
Richtstätte
Letzte öffentliche Hinrichtung Badens
Adelsheim
Torhaus
Amtsgefängnis
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Lukas Müller
Urheber
Lukas Müller
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