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Velodrom

Archäologisches Schaufenster im Untergeschoss des Velodroms

Das Velodrom: Archäologische Ausgrabungen in der römischen Zivilsiedlung (canabae)

Hier befinden wir uns nun außerhalb der eigentlichen Lagermauern – denn die Legionäre kamen nicht allein nach Regensburg: Rund um das Lager herum hat sich eine Zivilsiedlung gebildet, die sogenannte canabae. Man schätzt, dass zwischen 10.000 und 15.000 Menschen hier ihr neues Zuhause gefunden haben, darunter Wirte, Handwerker, Händler und viele andere. Auch die Familien der Soldaten, die offiziell unverheiratet sein mussten, siedelten sich hier an. Überreste dieser Zivilsiedlung fand man beispielsweise unter dem Gebäude des Velodroms. Dieses Gebäude wurde 1897 von Simon Oberdorfer zur Vorführung von Kunstdarbietungen auf dem Rad erbaut. Als das Stadttheater Regensburg die Räumlichkeiten als Ausweichspielstätte übernahm, stieß man 1997 bei Umbauarbeiten auf römische Mauerreste. Dabei handelte es sich jedoch keineswegs um die ersten antiken Spuren, die in dieser Gegend gefunden wurden: Bereits 1976 wurden im Zuge des Tiefgaragenbaus am Arnulfsplatz römische Fundamente entdeckt, die bis ans Velodrom heranreichten. Somit war klar, dass sie zu einem Gebäude gehören, welches palastähnliche Ausmaße gehabt haben muss.

Besonders interessant war der Fund mehrere Ziegelplattenpfeiler, die zu einer antiken Fußbodenheizung (Hypokaustum) gehörten, die uns im Laufe der Tour ja bereits öfter begegnet ist. Zum Teil waren diese Pfeiler noch in einer Höhe von sieben aufeinandergeschichteten Ziegelplatten erhalten. Ob es sich bei diesem Gebäude um ein offizielles Gebäude der Lagerverwaltung gehandelt hat oder um das repräsentative Wohnhaus eines wohlhabenden Zivilbürgers konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Es wäre beispielsweise auch möglich, dass Teile zu einer Badeanlage gehört haben, jedoch ist auch das spekulativ. Mehrere Spuren deuten darüber hinaus darauf hin, dass bereits in noch früherer Zeit auf dem Gelände des heutigen Velodroms Bautätigkeiten stattgefunden haben. Diese Spuren älterer römischer Bauten gehörten wohl zur sogenannten Donausiedlung, die im Zuge der Markomannenkriege um 166/170 v. Chr. zerstört wurde.

Durch Kreativität und Flexibilität aller Beteiligten gelang es, einzelne Ziegelpfeiler der Fußbodenheizung zu erhalten, sodass diese auch heute noch in einem kleinen Schaukasten im Untergeschoss des Velodroms besichtigt werden können.

Jetzt bist du dran! –​ Fragen und Arbeitsaufträge

  1. Welche Gründe könnte es dafür gegeben haben, dass sich so viele Menschen in unmittelbarer Nähe des Lagers angesiedelt haben?
  2. Spuren früherer Zeiten tauchen häufig bei Umbauarbeiten an Gebäuden auf – in Anbetracht der Funde unter dem Velodrom scheint dies bereits in der Antike so gewesen zu sein. Welche Gründe wären dafür denkbar?
  3. Römische Fußbodenheizungen sind uns inzwischen häufiger begegnet. Versuche Dir anhand der Fotographie und der Informationen, die Du im Laufe der Tour bereits erhalten hast,  ein Hypokaustum bildhaft vorzustellen. Halte deine Überlegung in einer schematischen Skizze fest. Solltest Du Dir nicht mehr ganz sicher sein, wie ein Hypokaustum funktioniert, springe noch einmal zu diesem Tourenpunkt zurück: https://www.future-history.eu/de...

Quellen- / Literaturhinweise:

  • S. Codreanu-Windauer/L.-M. Dallmeier/M. Schmidt, Die Ausgrabungen im Regensburger Velodrom, in: Denkmalpflege in Regensburg, Bd. 7, 1997/98 (2000), S. 104-111.
  • G. Waldherr, Das römische Regensburg und sein Umland, in: S. Bonk/P. Schmid (Hg.), Bayern unter den Römern, Regensburg 2009, S. 183-211.

(Eintrag erstellt von: Melina Hirsch)

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
Kategorien
Tourismus
Suchbegriffe / Tags
Hypkokaustum
Velodrom
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Bilddokumentation Stadt Regensburg
Urheber
Peter Ferstl
Zugeordnete Touren Funktionsweisen antiker Städte: Regensburg

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