volume_down Audio
close
comment Kommentieren
share Teilen
info Infos

Vergessener Mantel 2020

Der vergessene Mantel

Ich schreibe diesen Brief ein paar Stunden vor meiner Abreise. Es muss alles schnell gehen und ich muss mich beeilen, weil ich das Portemonnaie noch verstecken möchte. Ich bin so traurig, dass ich gehen muss. Ich hoffe, dass ich Freiburg, meine Heimat, mein Zuhause und meine Familie bald wiedersehe. Ich war noch nie Reisen und vor allem nicht alleine. Ich habe nur einen Koffer dabei und fühle mich ängstlich. Bitte informiere dich, wie es mir im Ausland ergangen ist. Und du kannst meinen Eltern vielleicht das Portemonnaie bringen. Mit besten Grüßen, Liselotte Weil Das war der letzte Brief aus dem Portemonnaie. Es wurden nun weitere Nachforschungen zu Lilo angestellt. Im NS-Dokumentations-Zentrum, einem Museum in Freiburg, befindet sich eine kleine Ausstellung zu ihr. Ihr Taschenkalender wurde gefunden. Hier schrieb sie rein: „Abschiedstränen nicht verbeißen können. Pappa kein Abschiedskuß geben können.“ Wie Lilo erging es vielen Jüd*nnen. Sie mussten schnell abreisen, also fliehen oder wurden von den Nazis verschleppt. Ihr steht gerade vor einem Denkmal für diese Jüd*innen. Hier liegt ein vergessener Mantel, der symbolisieren soll, dass diese Jüd*innen einen Großteil ihres Eigentums zurück lassen mussten. Wenn du wissen willst, wie es Lilo und ihrer Familie nach 1936 ergangen ist, dann musst du als nächstes zum Platz der alten Synagoge. Wieso heißt dieser Platz eigentlich so?

Ort Freiburg im Breisgau
Autor Jared
Kategorien
Schule/Bildung
Suchbegriffe / Tags
Lizenz Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle
Urheber
Zugeordnete Touren Lilo Weil

Satellitenansicht