Villa Farnesina 2004
Die Villa Farnesina wurde vom sienesischen Bankier Agostino Chigi in Auftrag gegeben und zwischen 1508 und 1511 von Baldassare Peruzzi erbaut. Die Innenräume der Renaissance-Villa wurden von bedeutenden Malern jener Zeit ausgemalt, unter welchen besonders Raffael zu nennen ist. 1579 ging die Villa nach einer Phase der Baufälligkeit in den Besitz des Kardinals Alessandro Farnese über, dessen Namen sie noch heute trägt. Die Villa wurde im Stil eines Landhauses erbaut und sollte dem reichen Besitzer den Rückzug in die Beschaulichkeit des Landlebens ermöglichen. Wie andere zentrale Vorstellungen der Renaissance entsprang auch die Hinwendung zum Landleben antiken Vorbildern. Die Villa kann somit als Idealtypus eines profanen Renaissance-Baus betrachtet werden, steht aber auch sinnbildlich für eine stadtbildliche Entwicklungen Roms, die eng mit der Kurie verbunden ist. Chigi hatte unter Papst Alexander VI. die Pacht für die päpstlichen Salinen in den Tolfabergen erworben. Dies sicherten ihm Reichtum und das Wohlwollen der nachfolgenden Päpste Julius II. und Leo X. Sein Reichtum und sein sozialer Status waren also maßgeblich mit der Kurie verbunden. Und er war nicht der Einzige. Viele vermögende Bankiers zogen gegen Ende des 15. Jahrhunderts aus den urbanen Zentren der Toskana in die Ewige Stadt und siedelten sich im Tiberknie und auch Trastevere an. Angelockt wurden sie von den ehrgeizigen Bauvorhaben und dem ausschweifenden Lebensstil der Päpste und Kardinäle, die dafür dringend Geld benötigten. Die Bankiers wiederum errichteten - wie Agostino Chigi – ihre eigenen Villen. So florierte im Rom dieser Zeit die Bautätigkeit nicht nur im sakralen Bereich (wie etwa der Neubau des Petersdoms) sondern auch im profanen. Begonnen hatte dieses Bauprogramm ein knappes Jahrhundert vorher mit der Rückkehr der Kurie aus Avignon unter Marin V., der sich schnell daranmachte, das heruntergekommene Rom mit gezielten Baumaßnahmen wiederaufzubauen. Seine Nachfolger taten es ihm gleich und legten mit ihren kontinuierlichen Investitionen in neue Bauvorhaben den Grundstein für die römische Renaissance, die auch zu einer Renaissance Roms werden sollte - angestoßen durch die Päpste und finanziert durch Bankiers wie Agostino Chigi.
| Ort | Roma |
| Autor | Romexkursion2018 |
| Kategorien | Stadtbild |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | Wikimedia Commons |
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| Zugeordnete Touren | Die Rückkehr der Päpste |