Werbeplakat JmB um 1930
Hier an so einer Straßenlaterne hingen diese beiden Plakate. Wie du siehst, gibt es eine Gruppe für Mädchen, den Jungmädelbund, und eine für Jungs, das Jungvolk. Von älteren Kindern hatte ich gehört, dass sie bei den Jungmädeln und beim Jungvolk tolle Schnitzeljagden, Ausflüge und Spiele veranstalteten. Ich habe zu Benno gesagt: „Hey, im Herbst werden wir beide 10 Jahre alt, dann können wir uns da anmelden.“ Benno hat nur gelacht und gesagt: „Du kannst dich da ja anmelden, ich bin Jude, die wollen mich da nicht.“ „Quatsch“, habe ich gesagt, „da fragen wir nach.“ Gesagt, getan, sind Benno und ich am nächsten Morgen zu unserer Lehrerin Frau Maier gegangen und haben nachgefragt. Als sie unsere Frage gehört hat, hat sie nur traurig gelächelt und gemeint: „Benno hat Recht, Emma, Juden dürfen nicht zu den Jungmädeln und auch nicht zum Jungvolk. Das fand ich ungerecht und habe mich deshalb nicht angemeldet. Seitdem ist mir in Freiburg aber an unterschiedlichen Stellen aufgefallen, dass jüdischen Menschen plötzlich vieles verboten wurde. Ein weiteres Beispiel ist Bennos und mein Lieblingsspielplatz. Den gibt es auch heute noch und genau dort gehen wir jetzt hin.
| Ort | Freiburg im Breisgau |
| Autor | BL |
| Kategorien | Schule/Bildung |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
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| Zugeordnete Touren | Ernst Benjamin (Benno) Loewy |