Zeichen der Macht 2018
Zeichen der Macht
Im Mittelalter war der Lateran durch ein Ensemble antiker Statuen geschmückt. Darunter die römische Wölfin (lat. Lupa romana, seit ihrer Verlegung in die kapitolinischen Museen bekannt als Kapitolinische Wölfin – lat. lupa Capitolina), sowie unter anderem auch die Reiterstatue Marc Aurels, die man damals für ein Bildnis Kaiser Konstantins hielt. Diese Statue steht heute vor dem Rathaus auf dem Kapitol. Die wichtige Bedeutung des Platzes vor der Basilika San Giovanni in Laterano und der Gegend um den Lateran zeigt sich von daher anhand der Dekoration des Platzes mit antiken Statuen. Die Bildwerke fungierten als Symbole der päpstlichen Macht und dessen (aus der Antike abgeleiteten) Herrschaftsanspruch und erinnerten zudem an das einstige römische Imperium und die kaiserliche-antike Herrschaftsgewalt.
An der südlichen Stirnseite der Vorhalle steht noch heute ein überlebensgroße Statue Kaiser Konstantins. In der Vorhalle der Basilika wurde einst von den Päpsten, als Stadtherren Roms, Recht gesprochen. Die Lupa Romana – als Symbol der Macht über die Stadt Rom – und die lex de imperio Vespasiani – als Symbol antiker Herrschaftsgewalt – standen hierbei exemplarisch für die Rechtssprechungsgewalt des Papsttums. Zusammen mit der Konstantinsstatue sowie der Reiterstatue des Marc Aurels verdeutlichte die Antiken-Sammlung am Lateran den Charakter des Platzes als städtische Gerichtsstätte. So wurden beispielsweise im Jahre 1438 unter der Kapitolinischen Wölfin mehrere ehrlose Kleriker hingerichtet.
Die Statue Konstantins verweist auf die Legitimation über die sog. Konstantinische Schenkung. Der Legende nach soll Kaiser Konstantin Papst Silvester das westliche Imperium geschenkt haben, nachdem dieser ihn von der Lepra heilte. Mittels dieser erfundenen Schenkung begründeten die Päpste im Mittelalter ihren weltlichen Machtanspruch. Die Aufstellung der Statuen in der Nähe der päpstlichen Residenz spricht für ein ausgeprägtes Rom-Bewusstsein der damaligen Zeit.
Welche Bedeutung hatte bzw. hat der Laterankomplex?
Die Bedeutung des Laterankomplexes und der Gegend um den Lateran im mittelalterlichen Rom war durch verschiedenste Bedeutungen und Ereignisse geprägt. Von großer Bedeutung war die Vorhalle der päpstlichen Residenz. Im 8. Jahrhundert erfolgte hier beispielsweise die tägliche karitative Lebensmittelausgabe an Bedürftige der Stadt. Zugleich war der Platz – wie bereits erwähnt - als ein Ort der städtischen Gerichtsbarkeit zu sehen. Karl der Große ließ hier nach einer Revolte im 8. Jahrhundert gegen Papst Leo den III 300 römische Revolutionäre hinrichten.
Aus theologischer, v.a. aber auch performativ-politischer Perspektive stellte das Vorfeld und die Vorhalle der Papstresidenz den Ausbruchs- und Ankunftsort der innerstädtischen Prozessionen dar. Dies betont die zeremonielle Bedeutung des Ortes der damaligen Zeit, durch den zugleich auch der politische Führungsanspruch in der Stadt artikuliert wurde. Die verschiedenen Ausschmücken und performative Inszenierungen an bzw. auf dem Platz sollten die päpstliche Machtstellung untermauern und diese der Öffentlichkeit vor Augen führen.
These:
Die päpstliche Machstellung gegenüber dem Volk wurde durch verschiedene Inszenierungen und die Platzgestaltung verdeutlich.
Diskussionsfrage:
Welche Funktionsweise erfüllt der Laterankomplex und die umliegenden Gebiete?
Aus welchen Gründen befinden sich die Statuen nicht mehr an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort?
Weiterführende Literatur:
Herklotz, Ingo: Der Campus Lateranensis im Mittelalter, in: Römisches Jahrbuch für Kunstgeschichte 22 (1985), S. 3-43
Krautheimer, Richard: Rom. Schicksal einer Stadt 312-1308, Darmstadt 21996, S. 340 – 358
| Ort | Roma |
| Autor | Romexkursion2018 |
| Kategorien | Kirche/Kloster |
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| Urheber | Romexkursion2018 |
| Zugeordnete Touren | Konstantin und der Lateran |