ao-3840-4465-1538346169.jpg New
Original Image Old
1934 2018
comment Kommentieren
share Teilen
info Infos

Zitadelle Mainz 1934

Rhein-Mainische Stätte für Erziehung

Schon die Römer wussten die außergewöhnliche Lage der Anhöhe, die auch heute noch einen hervorragenden Ausblick Richtung Rhein gewährt, zu schätzen und errichteten hier für den Feldherren Drusus, der auf einem Germanenfeldzug ums Leben kam, ein Ehrenmal, das bis heute erhalten geblieben ist. Ab 1055 befand sich hier ein Benediktinerkloster, welches dem heiligen Jakobus geweiht war, weshalb die Anhöhe den Namen „Jakobsberg“ erhielt. Um zu gewährleisten, dass die Stadt Mainz durch eine ununterbrochene Stadtmauer geschützt ist, ließ Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg die sogenannte „Schweickhardtsburg“ errichten, die 1629 fertiggestellt werden konnte. Dieser zunächst fünfeckige Festungsbau wurde knapp 25 Jahre unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn zu der viereckigen Zitadelle ausgebaut, wie sie auch noch heute existiert. Der Versailler Friedensvertrag von 1919 beendete die lange militärische Historie der Mainzer Zitadelle. Auf Initiative von Schulrat Franz Joseph Niemann konnte im Mai 1931 mithilfe finanzieller Unterstützung durch das Reich, das Land Hessen und die Stadt Mainz das „Institut für Völkerpädagogik“ eröffnet werden. In Ausstellungen wurden hier pädagogische Konzepte, Erfahrungen und moderne Schulmodelle aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt und diskutiert. Zudem war hieran eine Tagungsstätte für Lehrer aus dem In- und Ausland angeschlossen. Schon bald zogen das Institut und Niemann den Argwohn der Nationalsozialisten auf sich. Der Schulrat versuchte, Kompromisse einzugehen und sich den Nationalsozialisten anzunähern, um die Einrichtung zu erhalten. Doch bereits 1933 wurde er aus politischen Gründen entlassen und emigrierte zwei Jahre später – im September 1935 – in die USA. Aus dem „Institut für Völkerpädagogik“ wurde die „Rhein-Mainische Stätte für Erziehung“, eine Fortbildungsstätte mit dem Ziel der nationalsozialistischen Ideologisierung von Lehrern aus dem gesamten Reich. Sie bestand von 1933 bis zum Ende des Jahres 1936, da in diesem Jahr die Wehrmacht in Mainz einmarschierte und die Zitadelle nun wieder ihre ursprüngliche Funktion als Kaserne erfüllte. Heute sind auf dem Jakobsberg städtische Ämter und das Stadthistorische Museum untergebracht und das Gelände wird für Open-Air-Konzerte, Lesungen oder auch einen Weihnachtsmarkt genutzt.

Ort Mainz
Autor Alexander
Kategorien
Stadtbild
Erinnern
Schule/Bildung
Suchbegriffe / Tags
Lizenz Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle
Wikipedia
Urheber
Unbekannt
Urheber Vergleichsbild
Alexander Ott
Lizenz Vergleichsbild Alle Rechte vorbehalten

Satellitenansicht