EUR 2007
Die Weltausstellung
Ab 1938 wurde das Stadtviertel „EUR“ (kurz E42) im Süden von Rom errichtet. Für die geplante Weltausstellung im Jahre 1942, welche um ein Jahr vorverlegt wurde, hatte Mussolini ganz bestimmte Vorstellungen. Die Ausstellung sollte genau auf dieses Jahr fallen, da das 20-Jährige Jubiläum der Machtergreifung im Jahre 1922 „zelebriert“ werden musste. Somit sollte diese mit dem „Marsch auf Rom“ gekoppelt werden.
Allerdings hat diese nie stattgefunden. Auffallend ist v.a. die einheitliche, quadratische und moderne Architektur. Die neoklassischen Elemente verbinden sich mit der Richtung des Rationalismus. Insofern findet man hier überwiegend rechtwinklig angelegte Straßen, welche als Paradestraßen dienten. Ebenfalls sollte die zentrale Achse („Via Cristoforo Colombo“) als Verbindungsraum zum Mittelmeer dienen. Das „EUR“ sollte sich bis nach Ostia erstrecken. Die Verbindung verschiedener Zentren zu Propagandazwecken hatten somit keinen alltäglichen Nutzen für die Bevölkerung. Besonders hervorzuheben ist das „Colosseo Quadrato“, welches ähnliche Rundbögen wie das Kolosseum beinhaltet. Hier findet man heute das Modehaus „Fendi“ vor.
Der Dualismus zwischen Neoklassizismus sowie das rationalistische Erscheinungsbild wurden durch Marcello Piacentini und Giuseppe Pagano geprägt. Piacentini war u.a. der Oberste Rat der öffentlichen Bauten, Direktor der Architektur- und Ingenieurfakultät sowie Chefredakteur einer italienischen Fachzeitschrift. Er galt somit als eine der wichtigsten und einflussreichsten Personen im Faschismus, denen Mussolini im Vergleich zu Adolf Hitler (Albert Speer) mehr Raum ließ. Somit entstand ein ästhetischer Pluralismus, in dem sich die Architekten etablieren konnten.
Überraschend ist, dass der Bau des Stadtviertels nicht stagnierte. Die Olympischen Sommerspiele im Jahre 1960 fanden hier ihren Austragungsort. Heute sind auf dem belebten EUR-Gelände zahlreiche Ministerien, Behörden und beispielsweise das zentrale Staatsarchiv niedergelassen. Der Park „Parco Dell’Eur“ wird für Sportaktivitäten wie Yoga, Joggen oder Bootfahren genutzt.
Baumeister, Martin: Eine Hauptstadt für ein Imperium. Rom unter dem Faschismus, in: Johrendt, Jochen/Schmitz-Esser, Romedio (Hrsg.), Rom – Nabel der Welt. Macht, Glaube, Kultur von der Antike bis heute, Darmstadt 2010, S.173-190.
Christine Beese: Marcello Piacentini. Moderner Städtebau in Italien. Berlin 2016.
| Ort | Roma |
| Autor | Romexkursion2018 |
| Kategorien | Stadtbild |
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| Lizenz | Creative Commons BY-SA |
| Bildquelle | Eur aereo edit.JPG |
| Urheber | Marten253 |
| Zugeordnete Touren | "Nuova Roma" - die EUR |