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1590 1752
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Alter & Neuer Palast um 1590

Lateranpalast, Basilika und Obelisk

Der Alte und der Neue Lateranpalast

Der alte Lateranpalast wurde durch einen Brand im Jahr 1308 schwer beschädigt. Der Komplex stellte seiner Zeit ein Konglomerat unterschiedlichster Gebäude dar. Dort vorzufinden waren beispielsweise Wohn- und Repräsentationsräume, verschiedene Kapellen, Speisesäle, Kreuzgänge, Aulen und weitere Räume deren Funktionen auch heutzutage noch unbekannt sind.

Der Umzug der Päpste nach Avignon 1309 besiegelte das Ende des alten Palastes. Nach der Rückkehr der Päpste aus Avignon 1377, kehrten sie dem Palast den Rücken zu, es folgte der Umzug in den vatikanischen Palast.

Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Streitigkeiten innerhalb der katholischen Kirche bezüglich der beiden großen christlichen Zentren Roms: dem Vatikan und dem Lateran. Im Zentrum dieses Streits stand die Frage ob der Lateran, als offizieller Sitz der Päpste als Bischöfe von Rom das sakrale Zentrum der Stadt sei oder der Petersdom mit dem Grab des Apostelfürsten Petrus. Dem Petrusgrab als zentrale Pilgerstätte hatte die Lateransbasilika „nur“ einige Reliquien entgegenzusetzen.

Um das Jahr 1300 gab es einen Disput zwischen Papst Bonifaz VIII. und dem französischen König Philipp IV. Dabei ging es um die Frage ob die geistliche Macht über der weltlichen stünde. Bonifaz vertrat dabei die Ansicht, dass weltliche Herrschaft vom Segen des Papstes und der Kirche abhängig sei und demzufolge nicht autonom handeln könne. Der König von Frankreich, der diese Ideologie nicht teilte versuchte den Papst anklagen und absetzen zu lassen, was durch den Tod Papst Bonifaz‘ 1303 jedoch nichtmehr geschah. Sein Nachfolger, Clemens V. wurde von einer Mehrheit französischer Kardinäle zum Papst gewählt und in Lyon gekrönt. 1309 verlegte er seinen Sitz nach Avignon und geriet damit in eine starke Abhängigkeit des französischen Königs. 1377 kehrten die Päpste wieder nach Rom zurück.

Unter Papst Sixtus V. (1585-1590) wurde der neue Lateranpalast errichtet. Dies war nötig, da der Alte Anfang des 14. Jh. durch einen Brand stark beschädigt wurde und durch die Abwesenheit der Päpste in Avignon zunehmend verfiel. Dabei wurden weite Teile der mittelalterlichen Anlage abgerissen. Lediglich die Kapelle Santa Sanctorum und das Leonische Triclinium wurden stehengelassen.

Bis heute gilt der Palast neben dem Apostolischen Palast im Vatikan als Residenz der Päpste und beherbergt einzelne vatikanische Behörden. 1929 wurden an diesem Ort die Lateranverträge unterzeichnet. Dabei wurde zwischen dem Heiligen Stuhl und Mussolinis Italien die sogenannte „Römische Frage“ beantwortet, welche seit 1870 zu einem Konflikt zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl geführt hatte. So wurde der Kirchenstaat durch die Gründung des italienischen Nationalstaates aufgelöst und der Papst war, rechtlich gesehen ein normaler Bürger Italiens. Dadurch wurde der Vatikan als eigenständiger Staat wiedergegründet und erhielt ein eigenständiges Gebiet. Der Vertrag sicherte neben dem Status eines souveränen Staates ein Konkordat, welches die Beziehung zwischen Italien und dem Vatikan definierte, sowie eine Entschädigung für die jahrzehntelangen Eigentumsverluste. Der Lateran wurde dabei zu einer extraterritorialen Besitzung des Vatikanstaats erklärt. In Gegenzug erkannte der Papst die Faschisten und die Stadt Rom als Sitz der italienischen Regierung an.

Diskussionsfragen:
Warum wurden die Lateranverträge im Lateran und nicht im Vatikan unterzeichnet?

Was sagt dies über die heutige bzw. moderne Bedeutung des Laterans aus?
Welche unterschiedlichen Funktionen hatte der Alte und Neue Papstpalast im Laufe der Zeit?

Weiterführende Literatur:

Mandel, Corinne: Sixtus V and the Lateran Palace.Rom: 1995
Esch, Arnold: Rom: Vom Mittelalter zur Renaissance 1378 – 1484 , in: C.H.Beck, München 2016, S. 17 – 41
Krautheimer, Richard: Rom. Schicksal einer Stadt 312-1308, Darmstadt 21996

 

Ort Roma
Autor Romexkursion2018
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Kirche/Kloster
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