Jüngerer Dalberger Hof 1936
Der Jüngere Dalberger Hof in der Klarastraße 4 entstand in den Jahren 1715 bis 1718 nach Plänen des Architekten Johann Kaspar Herwarthel als Ersatz für den Älteren Dalberger Hof und wurde von den Freiherren von Dalberg in Auftrag gegeben. Er ging 1827 in den Besitz des Großherzogtums Hessen über und diente fortan als Gerichtsgebäude, später auch als Polizeigefängnis. So waren ab 1933 insbesondere politische Häftlinge hier untergebracht, nach 1939 wurden häufiger Juden inhaftiert. Das Gefangenenbuch B lässt feststellen, dass nur in der Zeit vom 12. September 1943 bis zum 27. Juli des darauffolgenden Jahres 1968 Personen ihre Haftstrafen im Keller dieses Gebäudes absaßen. Von hier aus wurden sie nicht selten in ein Konzentrationslager deportiert. So geschah es mit circa 100 Mainzer Sinti, die nach ihrer Verhaftung in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1940 hier untergebracht wurden, um am nächsten Tag in ein Sammellager nahe Stuttgart transportiert zu werden. So meldete die Mainzer Gestapo bereits am 25. Mai, dass die Stadt „zigeunerfrei“ sei. Luftangriffe beschädigten den Jüngeren Dalberger Hof jedoch so stark, dass ein Aufrechterhalten des Gefängnisbetriebes unmöglich wurde und die Gefangenen verlegt werden mussten. Heute befinden sich nach umfassenden Renovierungsarbeiten Wohnungen in dem Gebäude.
| Ort | Mainz |
| Autor | Alexander |
| Kategorien | Erinnern |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. |
| Urheber | Unbekannt |
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