ao-3840-4419-1538234083.jpg New
Original Image Old
1986 2018
comment Kommentieren
share Teilen
info Infos

Geburtshaus Anna Seghers 1986

Das Geburtshaus von Anna Seghers in der Parcusstraße 5

Anna Seghers wurde in diesem Haus am 19. November 1900 als Netty Reiling geboren. Sie war das einzige Kind des jüdischen Kunst- und Antiquitätenhändlers Isidor Reiling, der dem orthodoxen Teil der jüdischen Gemeinde in Mainz angehörte, und seiner Frau Hedwig, die im Vorstand des jüdischen Frauenbundes aktiv war und 1942 in das Lager Piaski in Polen deportiert wurde. Netty Reiling wurde zwar im jüdischen Glauben erzogen, doch trat vor 1927 aus der jüdischen Gemeinde aus. Sie besuchte ab 1907 eine Privatschule, anschließend ab 1910 die Höhere Mädchenschule, das heutige Frauenlob-Gymnasium. 1920 erlangte sie das Abitur und begann in Heidelberg und Köln Philologie und Kunstgeschichte zu studieren. Sie promovierte 1924 mit einer Dissertation über "Das Jüdische im Werke Rembrandts". Mit ihrem Mann, dem ungarischen Kommunisten und Philosophen László Radványi, zog Seghers nach Berlin, wo sie 1928 der KPD und dem "Bund Proletarisch Revolutionärer Schriftsteller" beitrat. Bereits 1933 floh die Schriftstellerin mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Frankreich und Mexiko. Erst 1947 kehrte sie nach Europa zurück und lebte bis zu ihrem Tod am 1. Juni 1983 in Ost-Berlin. Ihre Mainzer Herkunft thematisierte sie unter anderem in dem Roman "Das Siebte Kreuz" (1942) und der Erzählung "Der Ausflug der toten Mädchen" (1944). 1981 wurde Anna Seghers zur Ehrenbürgerin der Stadt Mainz ernannt.

Ort Mainz
Autor Alexander
Kategorien
Stadtbild
Straße/Verkehr
Suchbegriffe / Tags
Anna Seghers
Mainz
Netty Reiling
Jüdisches Mainz
NS-Regime
Flucht
Exil
Lizenz Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle
Landeshauptstadt Mainz
Urheber
Unbekannt
Urheber Vergleichsbild
Alexander Ott
Lizenz Vergleichsbild Alle Rechte vorbehalten

Satellitenansicht