"Geschichte der Juden" 1933
Betreff: Quellen zur Geschichte der Juden. So lautet der Text diesen Dokumentes, das vom Sachverständigen für Rasseforschung, einem Amt bei der Reichsstelle für Sippenforschung (Dienststelle, die über "arische Rassenzugehörigkeit" entschied, also ausschloss, dass es sich um einen Juden handelt), an das Dom- und Diözesanarchiv des Bistums Mainz geschickt wurde. Darin bat er um Informationen, sein Auftrag für das Reichsministerium des Innern war folgender: "die Quellen zur Geschichte der Juden, ganz besonders für das (...) 19. Jahrhundert, zu erfassen".
Für die Deportation der Juden war es für die ausführenden Organe der NSDAP von äußerster Wichtigkeit, über die zu verschleppenden Personen Bescheid zu wissen. Bei diesem Dokument ist davon auszugehen, dass der Sonderbeauftragte dafür zuständig war, Herkunft, Familiengeschichte und -struktur sowie Beziehungen zu religiösen Einrichtungen zu erforschen, um fundiertes Wissen über die Mainzer Juden zu erhalten. Es ist nicht auszuschließen, dass durch die Preisgabe solcher Informationen seitens der Kirchen die Vergehen der Nazis am Judentum maßgeblich vereinfacht wurden, zum Beispiel indem Wohnorte und Verwandschaften (und damit kein Ariernachweis!) aufgedeckt wurden. In solchen Fällen machten sich die nationalsozialitischen Organe die Stellungen und Positionen von Parteimitgliedern und Symphatisanten in Organisationen, Vereinen, Gemeinden und Unternehmen zunutze oder bestachen Beamte und Angestellte, um an Informationen zu gelangen. Hier nahm auch die GeStaPo Einfluss.
| Ort | Mainz |
| Autor | hiztory |
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| Bildquelle | Wissenschaftliches Stadtarchiv Mainz |
| Urheber | Unbekannt |
| Zugeordnete Touren | Stätten jüdischen Lebens in Mainz |