"Existenzielle Not" 2018
In Lörrach gibt es mehrere Orte, welche an die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern. Ziel der Stadt ist es, ihre Solidarität mit ihren jüdischen Bürgern zum Ausdruck zu bringen und ein bleibendes Gedächtnis für die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten zu stiften - laut Stadtführer Alfred Drändle wichtiger denn je, da jeder fünfte Erwachsene mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen kann und 20% der Deutschen einen latenten Antisemitismus hegen. Daher entstanden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Erinnerungsorte, welche der jüdischen Opfer gedenken.
Die Bronzestatue „Existenzielle Not“ von Konrad Winzer stellt einen leidenden und verzweifelten Menschen dar, der nach vorne gebeugt auf einem Stein sitzt, sein Gesicht in seinen Armen verbergend und seine Hände dabei faltend. Diese Position erinnert auch an eine Gebetshaltung. Eigentlich war die Figur für den Bereich des Kreiskrankenhauses gedacht, doch die Verantwortlichen lehnten die Aufstellung dort mit der Begründung ab, dass das Kunstwerk zu viel Leid und zu wenig Hoffnung ausdrücke. Ursprünglich aus Stein gemeißelt, doch aus Witterungsgründen in Bronze gegossen, steht die Statue heute in der Gasse zwischen der Stadtkirche und dem Pfarrhaus. Direkt gegenüber liegt die heutige Stadtbibliothek, in deren Gebäude bis 1937 das jüdische Kaufhaus Knopf war. An diesem Standort wird somit besonders auch an das Leid der jüdischen Bevölkerung Lörrachs während der NS-Zeit erinnert.
| Ort | Lörrach |
| Autor | Rothe |
| Kategorien | Erinnern |
| Suchbegriffe / Tags | |
| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | eigene Fotografie |
| Urheber | Felix Joeken, hgl |
| Zugeordnete Touren | Lörrach im Nationalsozialismus |