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Catra Regina

Ein röm. Legionslager für 6.000 Soldaten

Eine kurze Geschichte des Castra Regina

Die Römer kamen im Erstreben den Alpenvorraum einzunehmen und so den Angriffen der Alpenstämme entgegen zu wirken immer weiter Richtung Norden. Weiter sollten Verkehrswege am nördlichen Alpenfuß die Verbindung zu wichtigen Reichstellen jenseits des Rheins erleichtern.[1] So erkannten die Römer sehr früh die strategisch günstige Fernverkehrssituation der Mündungsebene von Naab, Regen und Donau und sicherten diese gegen 80 n.Chr. durch zwei Auxiliarkastelle.[2]  Auxiliarkastelle waren Lager für Hilfstruppen, die im Gegensatz zu den Legionen meist keine römischen Bürger waren, sondern aus den Völkerschaften des römischen Imperiums rekrutiert wurden. Es wird derzeit angenommen, dass bereits unter der Regierung Tiberius im Jahr 38 n.Chr. eine Kleinkastell in der „Regensburger Bucht“ entstanden sein könnte; archäologische Belege dafür blieben bislang jedoch noch aus.[3]

Nachdem in den Kriegen gegen die elbgermanischen Markomannen die ersten römischen Lager zerstört wurden, ließ Kaiser Marc Aurel im Jahre 179 n. Chr. in der heutigen Regensburger Altstadt das monumentale Kastell „Castra Regina“ erbauen und die Fertigstellung durch eine noch heute gut erhaltene steinerne Inschrift über dem Lagertor festhalten.

Die Lage des Legionslagers zeigt, dass die römischen Lokatoren (Grundstücksverteiler) bei der Anlage von Castra Regina die günstigen topographischen Faktoren zu nutzen wussten. Das Castrum wurde dort angelegt, wo die Donau sich auf zwei bzw. drei Arme verteilte, wodurch sich eine günstige Möglichkeit zu ihrer Überquerung (Furt) bot.[4] In diesem Grenzkastell war eine etwa 6000 Mann starke Legion stationiert, die die neue Grenze (Limes) des Reiches verteidigen sollten. Westlich dieser Anlage entstand eine zivile Lagervorstadt (Canabae Legionis) mit Tausenden von Einwohnern. Noch heute zeugen die Reste des mächtigen Nordtores, der „Porta Praetoria“, von der ehemaligen Bedeutung des römischen Stützpunktes. Auch dieses mächtige Lager wurde gemäß archäologischen Funden zweimal (278 und 288 n.Chr) durch die Germanen zerstört und anschließend schnell wieder aufgebaut.[5] Mit Beginn des vierten Jhds. nahm der Anteil der Germanen in der Bevölkerung immer weiter zu, so dass gegen Ende des Jhds. die letzte Abteilung der III. röm. Legion das Lager verließ. Das Lager bekam anschließend die Funktion des Herrschaftssitzes der bajuwarischen Stammesfürsten.[6]

Noch heute kann man in der Regensburger Altstadt einige guterhaltene Mauerreste des 2000 Jahre alten Römerlagers begutachten.

 

Jetzt bist du dran!

Überlege, warum gerade das Lager Carstra Regina so oft von den Germanen angegriffen wurde? Denke dabei an die Lage!

Warum war dieser Ort für die Römer so wichtig?

 

Literaturhinweise:

[1] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S. 9.

[2] Dietz, Karlheinz: Regensburg zur Römerzeit, Regensburg 1992, S. 177.

[3] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S. 10.

[4] Diercke Weltaltas – Akteulle Ausgabe für Bayern, Braunschweig 2015, S. 74.

[5] Konrad, Michaela; Dietz, Karlheinz: Bauten und Funde der römischen Zeit, Auswertung. München 2015, S. 89

[6] Dietz, Karlheinz: Regensburg zur Römerzeit, Regensburg 19792, S. 145.

 

erstellt von Bernd Iwanow

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
Kategorien
Stadtbild
Rekonstruktion
Suchbegriffe / Tags
Lizenz Creative Commons BY-SA
Bildquelle
Fotorealistische Rekonstruktion des Legionslagers
Urheber
Dr. Christof Flügel
Urheber Vergleichsbild
Google
Lizenz Vergleichsbild Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle Vergleichsbild Stadtansicht Regensburg - Google Maps
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