Fehde 1938
Hier fand das "Geländespiel" und Zeltlager der Hitlerjugend 1938 Statt. Genauer gesagt hatte der Teil der Baden-Badener Hitlerjugend hier sein Lager aufgeschlagen. Die Freiburger errichteten ihre Quartiere in Lenzkirch, Saig, Falkau, Altglashütten und Schluchsee.
Ein Gebiet zwischen Feldberg und dem Hochrhein wurde dazu als Kampfplatz gewählt. Der Bannführer des Bann 113 (Freiburg) ergriff auf dem Münsterplatz das Wort: "Endlich ist die Stunde gekommen, wo wir unseren Feinden die Antwort geben können." Gemeint ist hier das Bann 111 der Hitlerjugend Baden-Baden. Das »kampfesmutige Heer« der Hitlerjugend Freiburg rollte im Sonderzug mit den 1100 Jungen aus dem Bahnhof in die Nacht.
»Fehde« bedeutete:
- Kampf bis zum bitteren Ende, d.h. Ausschalten des Gegners (nicht umsonst wurden die Baden-Badener als »Feinde« gekennzeichnet und liquidiert).
- Der Hang zur Wiederentdeckung der Natur durch Bewegung im Gelände wurde vormilitärisch ausgeprägt. Der Geländesport wurde deshalb unterteilt in: Spähtrupp-Ausbildung, Meldewesen, Gruppenverhalten im Gelände, Anschleichübungen etc. nach dem Grundsatz: »Der Vorwärtsdrang darf nicht verlorengehen.«
- Aus heterogenen Kleingruppen von Jugendlichen, die z. T. aus unterschiedlichen weltanschaulichen und religiösen Lagern kamen, sollte eine straff geführte, ideologisch einheitlich ausgerichtete Kampftruppe zusammengeschweißt werden. Der Effekt des gemeinsamen Erlebnisses sollte die Jugendlichen von einer »Gemeinschaft auf Zeit« zu einer »Gemeinschaft auf Dauer« mit einem entsprechenden Zusammengehörigkeitsgefühl führen.
- Die Sonderformationen der HJ (Motor-HJ, Marine-HJ, Flieger-HJ, Nachrichten-HJ, Reiter-HJ, HJ-Feldschere (Sanitäter) sollten so zusammengeführt werden, dass quasi militärisch sinnvolle Untergliederungen der Wehrmacht entstanden. Jede dieser Sonderformationen hatte ein eigenes Übungsgelände, so u. a. die Flieger-HJ auf dem »Bohlhof<< im Hotzenwald oder die Marine-HJ in Breisach am Rhein, wo das spätere Zusammenwirken eingeübt wurde. Übergreifend wurde die Schießausbildung (einschließlich Scharfschützen-Ausbildung) in das Geländespiel integriert.
Jeder Tag gabe es neue "Kämpfe" der beiden "Truppen". Wobei das "Geländespiel" von St. Blasien über Bernau, Todtmoos, Schönau, das Wiesental hinunter nach Schopfheim bis zum Endpunkt Bad Säckingen fortgeführt wurde. Es ist heute nicht mehr bekannt wer die Fehde letztendlich gewonnen hat. Die Freiburger beanspruchten den Sieg für sich. Tatsache ist aber, dass die Baden-Badener einfach nicht mehr an der Abschlussfeier teilnehmen konnten, weil sie früher nach Hause mussten.
Literaturangaben:
Hainmüller (2000): Jugend unterm Hakenkreuz. Freiburgs Hitler-Jugend. In: Schelle-Wolff/Zoche (Hrsg.): Kinder spielen in ihrer Stadt – Spielräume in Freiburg 1900-2000, Freiburg 2000, S. 106- 135.
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Arbeitsauftrag für schulische Nutzung:
Was für Interessen hatte das NS-Regime an der Durchführung solcher Geländespiele?
| Ort | Feldberg (Schwarzwald) |
| Autor | Digitalisierung... |
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| Bildquelle | Fehde-Brief |
| Urheber | Hainmüller |