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1520 2006
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Wallfahrt "Schöne Maria" 1520

Gläubige pilgern zur Wallfahrtskirche

Die Bischofsstädte Regensburg, Augsburg und Würzburg, aber auch Städte wie München und Nürnberg wiesen früh relativ große jüdische Gemeinden auf. Bereits vor dem 14. Jahrhundert musste die jüdische Bevölkerung mit Verfolgungen und Vertreibung kämpfen. Aufgrund ihrer oftmals guten wirtschaftlichen Stellung in den Städten entwickelten sich anti-jüdische Tendenzen. Man beschuldigte die Juden unterschiedlichster Verbrechen (u.a. Vergiftung von Brunnen und Hostienschändung) um sie aus den jedweiligen Städten vertreiben zu können. Beweise gab es für diese Anschuldigungen meist nicht, doch standen die damaligen Herrscher hinter den Forderungen der Stadtbevölkerung, sodass es in wiederkehrenden Wellen zu Pogromen und Übergriffen auf die jüdische Gemeinde der jeweiligen Städte kam. Bis 1517 konnten sich die Juden in Regensburg erfolgreich gegen alle Hetzpredigten und die Forderung nach ihrer Ausweisung aus Regensburg wehren. Als Kaiser Maximilian I. - der Schutzherr der Juden im Reich- 1519 unerwartet früh starb, nutzten die Regensburger Stadträte seinen Tod und beschlossen, dass alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde bis zum 25. Februar 1519 die Stadt Regensburg verlassen mussten. Bereits am 21. Februar wurde mit der Zerstörung der Synagoge begonnen. Neben die zerstörte Synagoge ließ man schon im April 1519 eine katholische Wallfahrtskirche („Zur Schönen Maria“) erbauen. Diese Kirche war zu Beginn erst aus Holz, sollte später allerdings durch eine Wallfahrtkirche aus Stein ersetzt werden. Michael Ostendorfer, dessen Bild der Wallfahrtskirche in dieser Etappe zu sehen ist, fertigte noch weitere Radierungen und ein Holzmodell der geplanten Wallfahrtskirche aus Stein an, die heute im historischen Museum Regensburg ausgestellt sind.

 

1) Informiere dich über historisch gewachsene Vorurteile und versuche sie mit den Informationen aus dem obigen Text zu verbinden. Kannst Du dir vorstellen, wie diese Vorurteile das Vorgehen der Bevölkerung gegenüber der jüdischen Gemeinden erklären könnten?

 2) Warum ließ man ausgerechnet eine Wallfahrtskirche neben die zerstörte Synagoge erbauen? Überlege dir mögliche Gründe!

 

Literaturhinweise

Silvia Codreanu-Windauer: 21. Februar 1519 – Die Vertreibung der Juden aus Regensburg. In: Alois Schmid, Katharina Weigand (Hrsg.): Bayern nach Jahr und Tag: 24 Tage aus der bayerischen Geschichte. C. H. Beck, München 2007, S. 193–215.

Josef Kirmeier: Judenverfolgungen (Spätmittelalter), publiziert am 24.09.2014; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <https://www.historisches-lexikon...(Spätmittelalter)> (7.08.2020)

(LMK)

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
Kategorien
Erinnern
Kirche/Kloster
Synagoge
Platz/Park
Suchbegriffe / Tags
Mittelalter
Synagoge
Wallfahrt
Vertreibung
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Pilgerzug zur Schönen Maria
Urheber
Michael Ostendorfer
Urheber Vergleichsbild
Karsten Dörre
Lizenz Vergleichsbild Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle Vergleichsbild Evangelische Neupfarrkirche
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