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Legionsmauer Nord-Ost 2020

Überrest der römischen Nordmauer eingebaut in Moderne Bauten

Bauweise der römischen Legionsmauer

Von der Mauer des ehemaligen Legionslagers in Regensburg sind noch heute rund 200 m erhalten und zugänglich. Um diese Mauerteile zu schützen, wurden sie zu einem Teil in andere Gebäude mit eingebaut, während der andere Teil als sehenswertes Bauwerk nach wie vor zu bestaunen ist. [1] Eine Mauer zu bauen, die so viele Jahre überdauern konnte erforderte enorm viel Knowhow und noch mehr Ingenieurskunst. Zunächst wurde ein Fundament ausgehoben und mit einem Bruchsteinfundament ausgefüllt.[2] Darauf kamen zwei Lagen flacher Steinblöcke und der Mauersockel. Erst nachdem dieses solide Fundament stand, begann man die eigentliche Mauer, bestehend aus Kalkstein bzw. Sandstein, zu errichten. [3] Die Mauer erreichte eine Höhe von insgesamt 10 m und bestand aus rund 30.000 Kubikmetern Stein, welchen man aus den umliegenden Steinbrüchen bezog. [4] Durch die enorme Masse der Steinblöcke verzichtete man größtenteils auf Mörtel und vertraute darauf, dass die Steine nur durch Reibung zusammenhielten. Auf der Mauer baute man einen hölzernen Wehrgang [5], der die Soldaten durch seine Zinnen schützte und den Verteidigern der Anlage eine gute Sicht über das Gelände außerhalb der Befestigung bot. An der Innenseite des Walles befand sich ein Erdwall (agger), der sich wie eine Rampe an der Mauer anlehnte. [6] Die angesprochene Rampe wurde aber nicht nach dem Bau an der Mauer aufgeschüttet, sondern Schritt für Schritt zusammen mit ihr konstruiert. Um die Steinblöcke nach oben zu heben, nutzte man Hebewerkzeuge (Wölfe, Singular: Wolf), die in der Mauer selbst befestigt wurden. Von diesen Hilfsmitteln zeugen heute dort Löcher in der Wand,  wo einst ein Wolf eingeschlagen war. Es ist jedoch zu erwähnen, dass die ursprünglichen Löcher so in den Steinen waren, dass man sie von außen nicht sehen konnte. [7] Parallel zum Wall wurde im Legionslager eine Straße angelegt, die es den Soldaten ermöglichte, sich im Falle eines Angriffs schneller auf die Wehranlage zu begeben. [8]

 

Jetzt bist du dran! - Fragen und Arbeitsaufträge​​

1. Warum baute man eine so starke Befestigung?

2. Wofür könnte der Erdwall gedient haben?

3. Warum ist nur ein kleiner Teil der Legionsmauer heutzutage sichtbar?

4. Woran liegt es, dass die Einschlagslöcher der Wölfe heute zu sehen sind, wo sie zur Römerzeit doch versteckt waren? Denke dabei an die lange Geschichte der Mauer.

 

Quellen-/Literaturhinweise

[1] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.​61.

[2] Dietz, Karlheinz: Die Römer in Regensburg, Regensburg 1996, S.91.

[3] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.63.

[4] Dietz, Karlheinz: Die Römer in Regensburg, Regensburg 1996, S.91.

[5] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.63.

[6] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.63.

[7] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.64.

[8] Guhl, Ernst Karl/Koner, Wilhelm David: Leben der Griechen und Römer, Berlin 1893, S.412.

 

(Erstellt von: Alexander Deiner)

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
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Legionsmauer
Lizenz Creative Commons BY-SA
Bildquelle
Wikimedia Commons
Urheber
Dr. Bernd Gross
Zugeordnete Touren Funktionsweisen antiker Städte: Regensburg

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