Das Legionslager
Das Innere des Legionslagers in Regensburg ist kaum erforscht, da es durch mittelalterliche Bebauung überlagert wurde. Jedoch lässt sich bei der Bauweise der übrigen römischen Anlagen dieser Art, von Syrien bis Britannien, eine gewisse Regelmäßigkeit feststellen.[1] Basierend auf dieser Erkenntnis, müsste das Legionslager castra regina einen langrechteckigen Grundriss gehabt haben. [2] Die Anlage wurde durch ein zentrales Straßenkreuz in vier Teile unterteilt. Von Norden bis zum Mittelpunkt der Anlage verlief die via praetoria, während ab dort die via decumana bis zum Südtor führte. Die via principalis hingegen verlief von Ost nach West. An diesen drei Straßen lagen Sonderunterkünfte für Handwerker, Verwaltungssoldaten und höhere Offiziere. Ebenso konnte man über sie die Badeanlagen und das Lazarett erreichen. Vom Hauptstraßenkreuz gingen sogenannte Lagergassen ab, die zu den Unterkünften der einfachen Soldaten führten. Diese Behausungen nahmen den größten Platz der Anlage ein, da rund 6000 Mann im Lager untergebracht werden mussten. [3] Diese Häuser waren zunächst als Holzbaracken konstruiert und in einem zweiten Schritt erst zu Fachwerkhäusern umgebaut worden. [4] Am Fuß des Erdwalls, welcher an der Innenseite der Mauer erbaut worden war, befand sich die via sagularis, welche dafür sorgte, dass die Mauer im Falle eines Angriffes schnell bemannt werden konnte. [5] Im südlichen Drittel der Anlage werden die Bestallungen der Pferde für die Kavallerie der Legion angenommen, jedoch fehlt davon bis heute der Nachweis. [6] Das Herzstück der Anlage bildete ein Verwaltungskomplex/Hauptquartier (principa). Darin befanden sich Büros, Waffenkammern, Repräsentationsräume und das Fahnenheiligtum, welches das Stangenfeldzeichen (signa) und den Legionsadler (aquila) in sich barg. [7] Altäre, um den Göttern Respekt zu zollen, waren ebenfalls im Hauptquartier untergebracht. Alles in allem bildete dieser Komplex im Inneren des Legionslagers den organisatorischen und kulturellen Mittelpunkt der Anlage. [8] Die Wasserversorgung erfolgte über mehrere Brunnen und eine Wasserleitung, die aus dem Hügelumland das Wasser in das Legionslager beförderte, während das Abwasser durch die Wehrmauer nach außen geleitet wurde.
Jetzt bist du dran! - Fragen und Arbeitsaufträge
1. Warum wurde bis heute nur ein kleiner Teil des Innenlebens des Lagers ausgegraben?
2. Welche Komplikationen könnten sich für Archäologen ergeben, wenn sie nach römischen Überresten suchen wollen?
3. Wieso wählte man beim Bau eines Lagers einen symmetrischen Aufbau? Welche Vorteile bietet diese Struktur?
Quellen-/Literaturhinweise
[1] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.29.
[2] Dietz, Karlheinz: Die Römer in Regensburg, Regensburg 1996, S.87.
[3] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.29.
[4] Dietz, Karlheinz: Die Römer in Regensburg, Regensburg 1996, S.97.
[5] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.31.
[6] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.29.
[7] Steinmetz, Georg: Regensburg in der vorgeschichtlichen und römischen Zeit, Regensburg 1926, S.59 f..
[8] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.30.
(Erstellt von: Alexander Deiner)
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Rekonstruktion |
| Suchbegriffe / Tags | |
| Lizenz | Creative Commons BY-SA |
| Bildquelle | Wikimedia Commons |
| Urheber | Cholo Aleman |
| Urheber Vergleichsbild | |
| Lizenz Vergleichsbild | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle Vergleichsbild | Wikipedia Commons |
| Zugeordnete Touren | Funktionsweisen antiker Städte: Regensburg |