Legionäre beim Appell
Im castra regina lebten ca. 6000 Legionäre, welche einen bis aufs kleinste Detail strukturierten Tagesablauf zu befolgen hatten. Der Tag eines Legionärs begann schon vor Sonnenaufgang mit dem ertönen eines Horns. Anschließend hatten sich alle Soldaten des Lagers zum Morgenappell zu melden. Bei dieser Prozedur wurden Berichte und Befehle verlesen, um jeden Mann darüber zu unterrichten, was seine Aufgaben an jenem Tag waren. [1] Der Vormittag war dafür vorgesehen das können mit den Waffen zu schulen. Dafür fanden sich die Soldaten auf dem Exerzierplatz (campus castrensis) vor dem Lager ein. Nach dem Mittagssignal, welches durch das Horn erfolgte, hatte der Soldat dienstfrei, vorausgesetzt er war nicht für eine Spezialaufgabe eingeteilt. Diese Aufträge konnten breit gefächert sein, von Futtertransport über Wachdienst, bis hin zu handwerklichen Arbeiten [2], musste der Soldat im Laufe seiner Karriere alles erledigen können. [3] Hatte der Soldat allerdings dienstfrei, so war es in seinem Sinne so wenig Zeit wie möglich in seiner Baracke zu verbringen, da diese wenig Komfort bot. Deshalb musste er außerhalb des Lagers eine Beschäftigung finden, während für die diensthöheren Offiziere Kasinos (scholae) innerhalb des Lagers zur Verfügung standen. Mögliche Aktivitäten waren neben dem Besuch einer Therme, sowohl sportlicher als auch kultureller Natur. So fanden sich bei den Theateraufführungen auch zahlreiche Legionäre im Publikum. In Regensburg konnte allerdings noch kein Zeugnis eines Theaters gefunden werden. [4] Viele Funde von Würfeln, Spielbrettern und Spielsteinen verblüfften die Archäologen, denn Aktivitäten wie Glücksspiel waren zwar verboten, standen scheinbar aber hoch im Kurs bei den Legionären. So etwas wie Urlaub kannte ein Soldat Roms nicht, er hatte lediglich die Möglichkeit sich freistellen zu lassen, wenn es dafür einen triftigen Grund gab. Allerdings war es nicht sicher ob diesem Antrag auch stattgegeben wurde. [5] Hatte der Soldat nun seine Freizeit genossen oder seinen Befehl ausgeführt, so beendete das Abendessen den Tag des Legionärs. Für seine Verpflegung musste jedoch jeder Stubenverband selbst sorgen. Sie bekamen zwar regelmäßig die Güter, die sie zum Leben brauchten vom Staat, allerdings war es die Aufgabe der Soldaten für ihre kleine Gruppe selbst zu kochen. [6]
Jetzt bist du dran! - Fragen und Arbeitsaufträge
1. Welche Eigenschaften musste ein Legionär besitzen um sich in so einem Tagesablauf zurechtzufinden?
2. Vergleiche den Alltag eines Legionärs mit deinem Schulalltag. Wo siehst du Gemeinsamkeiten/Unterschiede?
3. Welche Spiele könnten die Soldaten gespielt haben? Vergleiche mit den Brettspielen, die du kennst.
Quellen-/Literaturhinweise
[1] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.56.
[2] Steinmetz, Georg: Regensburg in der vorgeschichtlichen und römischen Zeit, Regensburg 1926, S.46.
[3] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.57.
[4] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.58.
[5] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.59.
[6] Waldherr, Gerhard: Auf den Spuren der Römer, Regensburg 2001, S.57.
(Eintrag erstellt von: Alexander Deiner)
| Ort | Regensburg |
| Autor | Stadtgeschichte... |
| Kategorien | Tourismus |
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