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Spital Brauerei 2020

Älteste Spitalbrauerei Deutschlands

Die Spitalbrauerei

 

Ähnlich wie bei einem Kloster, hatten auch Stifte und Spitäler oft eine eigene Hofbrauerei mit auf dem Gelände. So auch das St. Katharinenspital. Da es sich um eine Einrichtung für Arme handelte, wurde die Versorgung der Bewohner zu einem gewissen Teil durch materielle sowie finanzielle Spenden sichergestellt. Viel wichtiger aber waren die Erträge, welche durch die Selbstversorgung des Spitals durch das Bestellen eigenen Ackerlandes und der Brauerei zustande kamen. Bier gehörte in Bayern schon seit frühster Zeit sozusagen zu den „Grundnahrungsmitteln“ und wer will schon immer nur Wasser trinken. Außerdem muss man dazu sagen, dass das Bier im Mittelalter weniger Alkohol und trotzdem einige Nährstoffe enthielt.

Bereits kurz nach der Gründung der Spitals Anfang des 13. Jahrhunderts, erhielten seine Bewohner einen Schlaftrunk, welcher aus Bier oder Wein bestehen konnte, und wöchentlich „7 Pfund Brot und 1 Kopf Bier“, was ungefähr 800ml entsprach. Somit gilt die Spitalbrauerei mit seinen über 750 Jahren Brautradition, welche sich bis heute fortsetzt, als die älteste Brauerei ihrer Art.

Seit einigen Jahrhunderten ist es den Spitalbrauern auch erlaubt ihr Bier nicht nur für den Eigenbedarf herzustellen, sondern auch zu verkaufen und der Gewinn kommt damals wie heute dem Altenheim zu Gute.

Weil das Spitalbier für seinen guten Geschmack bekannt war, besuchten seiner Zeit auch die Regensburger Gesandten gerne den Schankgarten und bestellten sich die ein oder andere Maß, die damals übrigens noch 26 Pfennige kostete. Machen sie doch selbst einen kurzen Abstecher in der Spitalgarten und überprüfen was eine Maß Bier bzw. eine Spezi-Maß heute kostet und ob es immer noch so gut schmeckt.

 

Wir verlassen das Spitalgelände wieder über den Eingang und gehen weiter richtung Nordem zum nächsten Stopp.

 

Jetzt bist du dran! (Didaktische Fragen GS):

Zunächst muss der Text auf Grundschul-Niveau gebracht werden!

Weiterführung der Rally vom St. Katharinenspital:

  • Worum handelt es sich bei dem besonderen Haus?
  • Könnt ihr Johann jetzt erklären, woher das Geld des Spitals herkam?
  • „Eine Brauerei und ein Siechenhaus? Wie passt das denn zusammen?“, fragt Johann. Ich bin mir sicher ihr könnt seine Frage beantworten.
  • Johann möchte wissen, warum die Armen früher nicht einfach Limo oder Cola getrunken haben. Wisst ihr wieso?
  • Die Pfründner haben das Bier damals als Nachttrunk bekommen. Johann trinkt das abends auch am liebsten. Was ist für euch ein guter Nachttrunk?

Die Ergebnisse der Rally sollten natürlich unbedingt wieder im Unterricht nachbesprochen werden.

 

Didaktische Überlegungen – was können die SuS hier lernen:

Das St. Katharinenspital ist ein Beispiel für einen Ort, der sich im Laufe der Geschichte zwar optisch verändert, seine ursprünglichen Funktionen aber zum Teil beibehalten hat. Außerdem veranschaulicht es durch die integrierte Brauerei, wie sich die Bedeutung bestimmter Lebensmittel verändert hat. Hier kann den SuS auch besonders die Rolle einer Brücke, die für uns heute selbstverständlich sind, bewusst werden. Die Fragen sind nicht nur abwechslungsreich gestellt (Verbinde, Male, …) sondern stellen auch immer wieder den Bezug zur Lebenswelt der Kinder her. Sie bringen nicht nur ihr Verständnis für den Textinhalt hervor, sondern auch das für ihr Zeitbewusstsein (Gab es im Mittelalter schon Cola). Die Gestaltung als Rally und die Begleitfigur sind weitere kleine didaktische Kniffe.

Im Lehrplan für HSU 3/4 lassen sich die beiden Punkte ohne Probleme verorten. Beispielsweise in den Lernbereichen Zeitbewusstsein und Orientierung in der Zeit, technische und kulturelle Entwicklung, Fakten und Fiktion oder Räume wahrnehmen und sich orientieren.

 

Literatur:

Dr. Dirmeier, Artur: Domspital – Johannesspital – Katharinenspital. Vom Xenodochium des hl. Wolfgang zum Katharinenspital, in: Heimatverein „Statt am Hoff“ e.V. (Hrsg.): Stadtamhof. 500 Jahre Geschichte, Regensburg 1996, S. 44 ff.

Dr. Dirmeier, Artur: Spitalbrauerei und Spitalgarten. Brau- und Gaststättentradition im Schatten von Steinernen Brücke und Dom, in: Prof. Dr. Waldherr, Gerhard H. (Hrsg.): Gästeführer-Info Nr. 41. Informationen zur Geschichte und Kultur der Stadt Regensburg, Regensburg 2001, S.2 ff.

 

Hanna Christl

Ort Regensburg
Autor Stadtgeschichte...
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Suchbegriffe / Tags
Brauerei
Spital
Lizenz Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain)
Bildquelle
Spitalbrauerei in Stadtamhof
Urheber
Hanna Christl
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