Götzberg Bauernvogtstelle um 1920
An den alten Hofstellen in Götzberg lässt sich die Siedlungsgeschichte eines Bauerndorfes fast idealtypisch nachvollziehen. Der älteste und bis in die Neuzeit auch größte Hof des Dorfes ist dieser, welcher von den Familien Lentfer, Biehl und Schümann als sogenannte „Vollhufnerstelle“ bewirtschaftet worden war. Eine (Voll-)Hufe bezeichnet die Fläche, die von einem vollen Pferdegespann mit dem Pflug beackert werden konnte. In unserer Region sind dies meist die Ursprungsstellen im Dorf, welche bereits im hohen Mittelalter bestanden und oft schon eine Jahrhunderte alte Geschichte hatten.
Diese östlichste Hofstelle war von besonderer Bedeutung: Über Jahrhunderte hatte der jeweilige Stellenbesitzer auch das Amt des Bauernvogts inne. In dieser Funktion war er einerseits der Vertreter der gesamten Dorfschaft gegenüber der Herrschaft und hatte andererseits die obrigkeitlichen Aufgaben im Dorf zu erfüllen. Für diese Dienste erhielt er das Privileg der Kruggerechtigkeit. Dem Hofbesitzer wurde exklusiv das Bierbrauen und der Ausschank von Bier und Branntwein gestattet.
1760 wurde das frühere Haupthaus der Bauernvogtstelle erbaut, welches auf der linken Hofseite gestanden hatte. Nachdem um 1900 auf der gegenüberliegenden Hofseite das jetzige Hof- und Wirtschaftsgebäude errichtet wurde (Bild), diente das alte Fachwerkgebäude als Scheune. 1947 brannte es nieder.
Seit den 1980er Jahren wird hier keine Landwirtschaft mehr betrieben, denn die Ländereien sind verkauft bzw. verpachtet. Die Wirtschaftsgebäude sind zum einen als Mietwohnungen ausgebaut oder werden von Gewerbetreibenden wie dem Trödelhöker und der Möbelkammer als Lager- und Verkaufsräume genutzt.
| Ort | Henstedt-Ulzburg |
| Autor | HU entdecken |
| Kategorien | Stadtbild Tourismus Straße/Verkehr |
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| Lizenz | Alle Rechte vorbehalten |
| Bildquelle | Gemeindearchiv Henstedt-Ulzburg |
| Urheber | unbekannt |
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