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Freiligrathhaus

Barockgebäude an der Rheinpromenade

Freiligrathhaus

Das Barockgebäude an der Rheinpromenade Unkels wurde in der Zeit 1779/81 durch den Koblenzer Stadtbaumeister Nikolaus Lauxen errichtet. Lauxen stand in der Tradition des bedeutendsten Barockbaumeisters Balthasar Neumann. Dessen Schüler, der kurtrierische Hofbaumeister Johannes Saitz, war der Lehrer Nikolaus Lauxens. Bauherr war der kurkölnische Kanzleidirektor Friedrich Joseph de Haes (1718 - 1786). 1783 fand in dem neuen Prachtbau eine große Hochzeit statt. Die Tochter Margarethe de Haes heiratete den Kölner Friedrich Cramer zu Clauspruch. Er starb bereits 1792. Margarethe heiratete in zweiter Ehe 1793 den kurkölnischen Hofkammerrat Caspar Joseph von Biegeleben (1766 - 1842). Er erbte den Besitz als sie 1799 im Kindbett starb. Er heiratete 1800 erneut und hatte mit beiden Ehefrauen insgesamt 30 Kinder gezeugt, von denen nur 7 das Erwachsenenalter erreichten. Von Biegeleben wurde Hofkammerpräsident in Hessen-Darmstadt und verkaufte das Haus 1819 an den kurpfälzischen Offizier Franz Rudolf von Monschaw. Von diesem mietete der gerade zu Ruhm gekommene junge Dichter Ferdinand Freiligrath 1839/40 das Haus. Viele Literaten und Künstler besuchten ihn hier. Er sorgte für den Wiederaufbau des eingestürzten Rolandsbogens – einem Symbol der Rheinromantik – und lernte hier er seine Ehefrau Ida Melos kennen, die ihn auf seinem weiteren Weg als Dichter und Revolutionär treu begleitete. Ab 1873 war das Haus fast 70 Jahre im Besitz der Familie Loewe – von Bothwell. Nach dem Tode Carl Loewes zog die Familie von Kiel nach Unkel und pflegte das musikalische Erbe des damals berühmten Komponisten und Sängers Carl Loewe. Erbin war die Evangelische Synode Rheinland. Ehe sie das Gebäude weiter veräußerte fanden dort bis 1961 Gottesdienste statt. Außerdem wohnte hier der Unkeler Grafiker, Zeichner und Maler Josef Arens zwischen 1945 und 1965 und der Violonist Prof. Toni Faßbender. Sie initiierten ein reges kulturelles Leben mit Konzerten, Lesungen und Weinproben des Deutschen Weinbauver-bandes, die im Rundfunk übertragen wurden. Die Eigentümer wechselten danach mehrfach. 1984 wurde das „Freiligrathhaus“ unter Denkmalschutz gestellt.

Ort Unkel
Autor Unkel
Kategorien
Stadtbild
Tourismus
Suchbegriffe / Tags
Barockgebäude
Rheinpromenade
Lizenz Alle Rechte vorbehalten
Bildquelle
Stadtarchiv, Bild A021
Urheber
Zugeordnete Touren Altstadt Unkel
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