Henstedt Bauernvogtstelle 1943
Der Vertreter der Dorfschaft gegenüber der Obrigkeit war der Bauernvogt. Dieses Amt war in Henstedt kontinuierlich über Jahrhunderte mit einer Hofstelle an der Ostseite des Wöddels verbunden. Sein Besitzer erhielt auch die Kruggerechtigkeit: Ihm war das Bierbrauen sowie der Ausschank von Bier und Branntwein erlaubt. Von 1560 bis zum 20. Jahrhundert war die Stelle im Besitz der Familie Tieß-Schümann.
In Henstedt vertrat der Bauernvogt während des Mittelalters hauptsächlich 18 Bauern mit einem Landbesitz, für dessen Bearbeitung man einen Pflug mit vollem Gespann benötigte (Vollhufner). Dazu kamen als Bewohner Henstedts Drittel- und Viertelhufner, Kätner (Bauern mit geringerem Landbesitz) und Insten (Tagelöhner oder Handwerker ohne Landbesitz). Häufig verdingten sich Bauernkinder, die aufgrund älterer Geschwister keinen Hof geerbt hatten, als Insten. Sie hatten im Gegensatz zu den Hufnern und Kätnern kein Bleiberecht im Dorf und wurden vertrieben, wenn sie sich nicht selbst versorgen konnten.
| Ort | Henstedt-Ulzburg |
| Autor | HU entdecken |
| Kategorien | Tourismus |
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| Bildquelle | Gemeindearchiv Henstedt-Ulzburg |
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