Station 7 Die Eisenbahn
Station 7 Die Eisenbahn
Die Eisenbahnbrücke. 1853 erbaut und nach den beiden Monarchen benannt, die links und rechts der Donau regierten: Wilhelm-Maximilian-Brücke.
So idyllisch wie einst kann man immer noch an der Donau sitzen, aber eine Lärmschutzmauer versteckt inzwischen die Eisenbahn vor unseren Blicken.
Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des Aufbruchs. Die Zollschranken fielen 1828 zwischen Bayern und Württemberg und anders als sein Vater Ludwig I., befürwortete König Maximilian von Bayern die Eisenbahnbrücke zwischen beiden Ländern. Der Ulmer Bahnhof stand bereits seit einigen Jahren und so hängte sich die bayrische Linie mit den kuriosen 20er Gleisnummerierungen an die bestehenden an.
Der erste Industrielle Ulms war Philipp Jacob Wieland, der, noch zu Zeiten der alten Reichsstadt geboren, auf seiner Gesellenreise durch halb Europa gezogen war.
Zeitweise beschäftigte er dann 9% der Ulmer in seinen Betrieben.
Ware:
Zunächst war es die 1820 gegründete Kunst- und Glockengießerei. Es waren insgesamt 120 Glocken, die Philipp Jacob Wieland im Laufe seiner Karriere gegossen hat und von denen heute noch 2 erhalten sind. Nur Glocken und Feuerspritzen brachten größere Beträge ins Haus, daher besuchte er oft Dekane und Bürgermeister, um an Aufträge zu kommen, Kleinzeug: Hahnen, Leuchter, Mörser bringen nur wenige Gulden
Glocken und Feuerspritzenexport unternahm er Deutschlandweit, nach Holland und in die Schweiz
Spätestens seit 1825 zählte Wieland zu den höchstbesteuertsten Bürgern Ulms
Ab 1828 stellte er auch Halbzeuge her und vergrößerte dadurch seinen Einzugsbereich.
Er war Mitbegründer des Handelsvereins und bekam bei der Schwäbischen Industrieausstellung 1871 folgendes Urteil: Ein „großartiger und musterhafter Betrieb in 5 Etablissements und mit 300 Pferden Wasserkraft und ebensoviel Arbeitern“, er bekam den ersten Platz von 1163 Ausstellern.
Währung (falls du dir nicht die Tasche mit Waren und Währungen abgeholt hast, schau mal in das Video rein):
Gulden. Ein Gulden war eine besondere Sache und besonders DER Ulmer Gulden ist heute ein begehrtes Sammlerobjekt. Der hier enthaltene silberne Gulden ist aus dem Jahr 1704 und… leider nicht echt.
1704 verlangten die Franzosen, welche die Stadt gemeinsam mit den Bayern seit 2 Jahren besetzt hielten, die Zahlung von über 400.000 Gulden. die verzweifelten Ulmer schmolzen Schmuck und Silbergeschirr ein und prägten die sogenannten Klippen. Sie hießen so, weil man sie wegen ihrer quadratischen Form schnell schneiden konnte. Neben der Jahreszahl findet sich auf dem Ulmer Gulden auch der Spruch: „Da pacem nobis, domine“ aus dem Lateinischen übersetzt – Herr, gib uns Frieden. Der Gulden, von dem schon mehrmals die Rede war, existierte in Süddeutschland bis Mitte des 19. Jahrhunderts.
Wert:
Was war ein Gulden zu Zeiten Philipp Jacob Wielands Wert? Da dieser Glockengießer war, bekam er oft auch Aufträge für die Verzierungen derselben. So sollte er einmal 13 Rundmedaillons auf die Glocke prägen: Christus und die 12 Apostel. In seiner Abrechnung bewies Wieland Humor
„12 Apostel auf die große Glocke gemacht à 1 fl = 12. Der Heiland gratis, sonst wurde er für 30 Silberlinge verkauft = -.-“
1859 kaufte er ein neues Geländes am heutigen Willy-Brandt-Platz, die ehem. Spitalmühle von der Mechanischen Baumwollweberei für 30.000 Gulden.
1864 kaufte er für 58.000 Gulden die Krauß'sche Mahlmühle in Vöhringen mit 5 Mahlgängen.
Hier entsteht sein Messingwalzwerk und das Drahtzugwerk.
1867 verkaufte er die Stätte seiner Geburt, die Wirtschaft und Brauerei Gold Ochsen an die Familie Leibinger für 130.000 Gulden.
Rätsel:
Wie lange betrug laut Fabrikordnung die Arbeitszeit in den Betrieben von Philipp Jacob Wieland, für die er übrigens als sehr fortschrittlich galt?
a 11 Stunden mit insgesamt 1,5 Std. Pause
b 12 Stunden mit insgesamt 1,5 Std. Pause
c 13 Stunden mit insgesamt 1,5 Std. Pause
Auflösung:
Der Ochse war die Bestmarke für die Barchentqualität, die Traube rangierte auf dem letzten Platz.
„Diese Führung ist in Kooperation mit dem Donaubüro Ulm/Neu-Ulm und durch die Finanzierung des Interreg-Projekts „Transdanube Travel Stories“ entstanden“
| Ort | Ulm |
| Autor | Ulm Touren App ... |
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