Station 4 Marktplatz
Station 04 Marktplatz
Der Marktplatz um 1900.
Damals stand noch der Deutsche Kaiser Wilhelm I. auf einem Sockel hoch über der Menge.
Passend dazu hieß das Gasthaus am Eingang zur Herdbruckerstraße auch „zum Kaiser Wilhelm“.
Während dieses Gebäude, wie auch das nebenan von Goldschmied Neubronner, den Krieg nicht überstand, hatte der bronzene Kaiser mehr Glück, er bekam rechtzeitig seinen neuen Platz an der Kreuzung Olgastraße / Frauenstraße und steht heute noch erhaben über den vorbeifahrenden Vehikeln.
Das Rathaus, 1357 als Gewandhaus erbaut wurde 1369 ein Kaufhaus.
Im Rathausgiebel sieht man die ehemalige Bedeutung der Stadt als Handelsmetropole.
Wappen aller Couleur zeugen von Verbindungen in alle Welt. Die Bemalung stammt aus den Jahren 1904 und 1905.
Unten rechts an der Rathausfassade begegnet uns noch einmal Kepler. Sein Kessel ist heute im Museum gegenüber ausgestellt. Als er in Ulm weilte, stand die Stadt an einem Wendepunkt. Die alte Pracht bröckelte.
Kepler bemerkte, dass der Wein immer schlechter gedieh und schließlich dem schalen Bier der Vorzug gegeben wurde. Die Stadt verarmte aufgrund Kriegseinwirkungen und Pestepidemien zusehends.
Die Ware:
Bei der Ware, die man hier im Beutel fühlt, muss man etwas um die Ecke denken. Im wahrsten Sinne, denn sie ist ja auch ziemlich eckig, diese Schachtel.
Der Ulmer Reichtum kam auch über die Handelsstraße der Donau. Dazu brauchte es ein geeignetes Transportmittel. Bis 1570 fuhr man bei Ulm noch auf Flößen, dann begann der Zillenbau. Im 19. Jahrhundert bekam dieser Schiffstyp Ulmer Bauart den Spottnamen „Ulmer Schachtel“.
Im Jahr 1853 transportierten 181 Ulmer Schachteln 108 933 Zentner an Gütern auf der Donau.
Eisenbahnschienen, Wein, Käse, Metallwaren, Tabak, Kaffee.
Aber wer den Giebel noch einmal genauer betrachtet, sieht darauf statt Gütern viele Menschen, Auswanderer. Im 18. Jahrhundert legte das sogenannte Ordinarischiff regelmäßig vom Schwal ab, dem vordersten Zipfel der Donauinsel. Im Schnitt gingen 200 Auswanderer an Bord und fuhren gen Wien mit dem endgültigen Ziel Ungarn.
Die Währung (falls du dir nicht die Tasche mit Waren und Währungen abgeholt hast, schau mal in das Video rein):
Hier wäre eine ungewöhnliche Münze aus dem Jahr 1503
Ein Plappart. Diese Münzgattung wurde in Ulm ab 1429 geprägt und entsprach in etwa 3 Kreuzern.
Er stammt aus einem Münzverein von Ulm und Überlingen, daher sind beide Wappenschilde darauf abgebildet.
1501 gehörte dem, in diesem Jahr gegründeten Münzverein, auch noch Ravensburg an, es wurden also drei Schilde geprägt.
Das Überlinger Schild hat einen nach links gerichteten Löwen. Über dem Schwarz-Silbernen Ulmer Schild, wie auch dem Überlinger Schild sieht man noch ein kleines Schild, das den Reichsadler darstellt.
Die Münze passt also zur wappenreichen Verzierung des Giebels.
Der Wert:
1853 betrugen die Kosten für eine große Zille f 220,-, für eine mittlere f 155,-. Die Löhne der Schiffknechte waren nach Länge der Fahrt gestaffelt, zeigen aber, daß schon im letzten Jahrhundert die Personalkosten hoch waren: Bis Donauwörth verdiente ein Knecht f 5 xr 24; bis Regensburg f 16,-; bis Wien gar f 42,-.
In Wien konnte ein Schiff höchstens zum Holzwert von 30 Gulden verkauft werden.
Das Quiz:
Welches Versprechen wurde den Auswanderern nicht gegeben, die nach Ungarn aufbrachen:
a Religionsfreiheit
b zeitlich begrenzte Steuerfreiheit
c zeitlich begrenzte Befreiung vom Militärdienst
Die Auflösung von Station 3:
1840 lieferte Leube Fußbodenplatten für das Ulmer Münster, die es noch heute zu besichtigen gibt.
Richtig war Antwort c.
„Diese Führung ist in Kooperation mit dem Donaubüro Ulm/Neu-Ulm und durch die Finanzierung des Interreg-Projekts „Transdanube Travel Stories“ entstanden“
| Ort | Ulm |
| Autor | Ulm Touren App ... |
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