Station 3 Kronengasse
Station 03 Kronengasse
Wieder gibt es nur ein Gebäude aus alter Zeit, das uns bekannt vorkommt.
Es ist die Kronenapotheke, nach der Löwen- und der Mohrenapotheke die drittälteste Apotheke der Stadt.
In der Mitte links befindet sich die Weinstube „zum Dampfschiff“. Einst gab es eben rund um den alten Weinmarkt noch viele Weinstuben. Das „Dampfschiff“ hatte auf dem Wirtshausschild eine Darstellung der „König Ludwig“, dem ersten Dampfschiff, dass im Sommer 1839 in Ulm ankam. Zwar hatte die „König Ludwig“ mit dem sehr niedrigem Wasserstand zu kämpfen, aber das hielt die Ulmer nicht davon ab, ein halbes Jahr später die „Ulmer Actien-Gesellschaft für die Dampf- und Ruder-Schiffahrt auf der Donau“ zu gründen.
1843 wurde dann in England ein Schleppdampfer bestellt, dessen Anlieferung in gut verpackten Einzelteilen ganze 17 Monate dauerte. Am 28. Juli 1846 wurde das „Stadt Ulm“ getaufte Schiff unter großem Jubel vom Stapel gelassen, wobei ein Seil riss, und der 100 Zentner schwere Dampfkessel verabschiedete sich in die Donau. Die zweite Fahrt kulminierte in einem Zusammenstoß mit einem Baumstamm und schließlich wurde das Schiff mit dem zu großem Tiefgang von 53 cm nach Regensburg verkauft und fuhr noch bis 1890 in der Wiener Gegend in tieferen Gewässern umher. Weniger Glück hatte das Boot des Aushängeschildes unseres Gasthauses. Die bereits erwähnte „Ludwig I.“ dagegen versank gleich zweimal in den Fluten des Bodensees, aber das ist eine andere Geschichte.
Kehren wir wieder zur Kronenapotheke zurück, die mit Dr. Gustav Ernst Leube ihren berühmtesten Besitzer hatte. Zum einen war er der erste Apotheker Deutschlands mit einem Doktortitel, zum anderen gründete er die bis heute älteste Zementfabrikantendynastie der Welt.
Ware:
Die Ware, um die es hier geht, ist also der Zement. Schon fünf Jahre nach der Firmengründung im Jahre 1838 lieferte Leube den Ulmer Zement die Donau hinab bis nach Wien und später dann bis Prag. Die Gebrüder Leube waren so erfolgreich, dass sie 1855 bei der Gewerbeausstellung in Paris eine Goldmedaille einheimsten. Bereits 1847 sprang auch Eduard Schwenk auf den sich lohnenden Zug auf und produzierte ebenfalls Zement.
Ulm firmierte als Zentrum der Kunststeinherstellung. Schwenk bot Anfang der 1880er Jahre Zementfassadensteine als Sandsteinimitate an. 1889 nahm die Firma Schobinger und Rehfuß in Ulm die Produktion von künstlichem Sandsteinen auf, die später mit der Firma von Gustav Leube junior fusionierte. Um 1912 hatte diese Fabrik ein Werk in Ulm mit 200 Mitarbeitern. In Stuttgart-Wangen 100 und in München 60.
Die Steinfabrik Ulm AG war international tätig und produzierte auch in Belgien und Frankreich.
Letztendlich war den Leubes auch die heimische Konkurrenz zu groß geworden und sie verließen Ulm, um sich bei Salzburg in Ruhe ihrem Gewerbe zu widmen.
Die Währung (falls du dir nicht die Tasche mit Waren und Währungen abgeholt hast, schau mal in das Video rein):
Der Heller aus dem späten 18. Jahrhundert ist nur einseitig geprägt. Er entstand in einer Zeit, in der die Reichsstadt Ulm buchstäblich keinen Heller mehr hatte und dem Bankrott entgegensah.
Der Heller war einen halben Pfennig wert und somit die kleinste Geldeinheit, die es gab. 8 Heller = 4 Pfennige = 1 Kreuzer.
Der Heller wurde im Reich 1873 abgeschafft und nur in Bayern noch einige Jahre verwendet.
Jetzt galten überall nur noch Mark und Pfennig.
Der Wert:
Bis auf den letzten Heller… also alles Geld das man hat. So auch: Auf Heller und Pfennig zurückbezahlen.
Für 8 Heller bekam Herr Leube immerhin eine Semmel.
Das Quiz:
Welches ist das älteste noch erhaltene Zeugnis Baden-Württembergs, dass 1840 aus Romanzement der Firma Leube hergestellt wurde?
a Die Einwölbung eines Forts der Ulmer Bundesfestung
b Die Umfassungsmauer des Ulmer Friedhofs
c Die Fußbodenplatten des Ulmer Münsters
Die Auflösung von Station 2:
Der Erfinder des Kessels zur Bemessung der Ulmer Hohlmasse war Johannes Kepler. Der sogenannte Kepler-Kessel stand während seiner Nutzung im Steuerhaus am Weinhof. Heute ist er im Ulmer Museum zu besichtigen. Die Schülerzeitung des Ulmer Kepler-Gymnasiums trägt ebenfalls den Namen „Kepler-Kessel“
„Diese Führung ist in Kooperation mit dem Donaubüro Ulm/Neu-Ulm und durch die Finanzierung des Interreg-Projekts „Transdanube Travel Stories“ entstanden“
| Ort | Ulm |
| Autor | Ulm Touren App ... |
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| Bildquelle | Stadtarchiv Ulm |
| Urheber | „Diese Führung ist in Kooperation mit dem Donaubüro Ulm/Neu-Ulm und du |
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| Zugeordnete Touren | Handel - Ulmer Geld regiert die Welt |