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Marktplatz und Esel

Imposante Bürgerhäuser mit Wielandschem Esel

Hier, auf dem Marktplatz inmitten prächtiger Patrizierhäuser, trafen und treffen sich die Biberacherinnen und Biberacher seit jeher zu geschichtsträchtigen Versammlungen, zum Kauf von Waren aller Art oder einfach nur zum „Batschen“.

Bei uns ist der Gästeführer Markus Pflug:

"Ja, der Biberacher Marktplatz – die gute Stube der Stadt, wie man sieht: Lauter wunderschöne Giebelhäuser, das absolute Stadtbild natürlich, das absolute Foto sind die Gutermannschen Häuser mit der Kirche im Hintergrund. Es lohnt sich hier zum Beispiel auch ab und zu mal vom Handy nach oben zu schauen und dann stellt man fest, dass an manchen Gebäuden Heiligenfiguren dran sind. Das hat nur bedingt etwas mit Religion zu tun. Das ist schlicht und ergreifend Marketing. Biberach als hauptsächlich evangelische Stadt, da mussten die Katholiken eben zeigen, wo die katholische Apotheke ist. Und deshalb hat der katholische Apotheker eine Heiligenfigur, nicht dass der katholische Händler aus Ulm aus Versehen evangelische Kopfschmerztabletten kauft."

Vielleicht ist Ihnen schon das älteste und stattlichste Haus am Eck aufgefallen. Das Kleeblatthaus gehörte sehr wohlhabenden Fernhandelskaufleuten und wurde 1362/63 fertiggestellt. Unten konnten die Fuhrwerke einfahren, darüber befanden sich das Kontor, die große Wohnung und die Etage für die Bediensteten und oben schließlich der riesige Vorratsspeicher.

Natürlich wäre unser Rundblick nicht vollständig ohne die Antwort auf die Frage, warum auf dem Biberacher Marktplatz ein Esel steht. Der Grund ist der berühmteste Sohn unserer Stadt, Christoph Martin Wieland, Dichter, Denker und Aufklärer, geboren 1733 in Oberholzheim bei Biberach, gestorben 1813 in Weimar.

In seiner „Geschichte der Abderiten“ findet sich die Erzählung vom „Prozess um des Esels Schatten“.  Es geht, kurz gesagt, um die Frage, ob man für die Benutzung des Schattens zusätzlich bezahlen muss. Der sinnlose Streit führt zum Tod des Esels und die antike griechische Republik „Abdera“ an den Rand des Untergangs. Ein Mahnmal der Selbstkorrektur für die bürgerliche Stadtgesellschaft. Geschaffen hat es der Künstler Peter Lenk.

Aber lassen wir den Künstler selbst zu Wort kommen:

Naja, ich schätze den Wieland – früher Satiriker, 250 Jahre alt. Und im Rücken die Gewalt, im Bauch das Dogma, im Kopf der Sex – so erscheint der Wielandsche Esel und fragt, wer ist jetzt eigentlich der Esel und wer hat sonst noch einen Schatten? Das ist der Erklärungstext in Kurzfassung.

Mehr dazu erfahren Sie bei jeder Stadtführung und auf der Infotafel in der Nähe des Esels. Weitere Informationen erhalten Sie auch im Wieland-Museum der Stadt Biberach unter www.wieland-museum.de, das im originalen Gartenhaus des Dichters untergebracht ist. Wer sich auf Wielands Spuren begeben möchte, kann sich an der interaktiven Karte der Wieland-Gesellschaft orientieren: www.wieland-gesellschaft.de/alles-ueber-wieland#wieland_spuren

Ort Biberach an der Riß
Autor Tourismus Biberach
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Kreismedienzentrum Biberach
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Alexander Kohler
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