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Brechthaus

Handwerk ist dann gut, wenn der Mensch gut ist.

Mein Name ist Eugen Berthold Friedrich Brecht. Sie kennen mich als Bertolt Brecht. Dort, im ersten Stock, erblickte ich am 10. Februar 1898 das Licht der Welt. Ein halbes Jahr lang hörte ich ständiges Klopfen. Hier im Erdgeschoss arbeitete Meister Vierl in seiner Feilenhauerei.

Nach einem halben Jahr zogen meine Eltern und ich aus. Ein paar Straßenecken weiter in das Haus der sieben Kindeln. Dort war es dann nicht so laut, so staubig und so feucht.

Über die Feilenhauerei: Rundfeilen nennt er Rattenschwänze. Gekrümmte sind die Vogelzungen, Flachfeilen, Dreikantfeilen. All diese Feilen stellt er her, der Feilenhauer.

Das Wasser macht das Eisen glatt. Das Feuer macht das Eisen weich. Er braucht Hammer, Meißel und Amboss. Dann sitzt er da und schlägt Hieb für Hieb, die Rille geradeaus, bis die gewünschte Körnung erreicht ist.

Grobe oder feine. Die Zähne der Feilen stehen alle ein wenig anders. Das nenne ich Handwerk. Bis zu 120 Schläge schafft er in einer Minute. Bis zu 50 Feilen schafft er an einem Arbeitstag.

Das Geheimnis des Feilenhauers ist die Härtung des Eisens. Nimmt er ein Pulver aus Salz, Hornstaub, Holzkohle und Mehl oder nimmt er ein Pulver aus Salz, gebrannten Ochsenklauen und fein gemahlenem Fensterglas?

Die Arbeit ist schwer, und doch verdient er sich so sein Brot.

Handwerk ist dann gut, wenn der Mensch gut ist. Nimm dir das Geld hier, fülle den Bauch dir.

Ort Augsburg
Autor Regio Augsburg ...
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Bildquelle
Regio Augsburg Tourismus
Urheber
Andreas Horvath / Gamble Productions
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