Postamt
Die Postkarte von etwa 1910 zeigt die Wilhelmstraße. Am linken Bildrand das „Kaiserliche Postamt“ von 1888. 1931/32 erhielt das Gebäude ein drittes Stockwerk. Die Post nutzte es bis 2007.
Die Briefe der ukrainischen Zwangsarbeiterinnen tragen den Poststempel „Furtwangen“. Der Kontakt mit der Heimat war streng geregelt. Ab Herbst 1942 durften die Arbeiterinnen nur zwei Schreiben monatlich verschicken. Sie mussten spezielle Formulare nutzen, die lediglich 20 Zeilen zuließen.
Berichte über die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen waren verboten. Ansonsten schwärzte die Zensur anstößige Stellen oder vernichtete die Briefe. Dennoch fanden die Zwangsarbeiterinnen Wege, um ihre wahre Lage zu schildern. Sie verpackten ihre Botschaften in Erinnerungen an die Heimat.
Am 12. September 1943 umschrieb Hanna Nosul in einem Brief den allgegenwärtigen Hunger: „Liebe Mutter, lieber Vater, wie ich Essen und Trinken zu Hause vermisse, vor allem die Milch. Zu Hause habe ich keine getrunken, aber jetzt vermisse ich alles."
Die Verzweiflung über die hoffnungslos scheinende Lage in der Fremde schilderte Tetjana Holowko auf ähnliche Weise: „Wenn ich an die ukrainische Natur und in der Stadt an Sie, liebe Mutter, denke, dann kommen mir gleich die Tränen. Liebe Mutti, ich bitte Sie sehr, schicken Sie mir ein Foto von sich, damit ich Sie wenigstens noch mal anschauen kann."
| Ort | Furtwangen im Schwarzwald |
| Autor | Uhrenmuseum Fur... |
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| Lizenz | Creative Commons BY-SA |
| Bildquelle | Deutsches Uhrenmuseum, 100738 |
| Urheber | Unbekannt |
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| Zugeordnete Touren | Zwangsarbeit in Furtwangen |