Juden unerwünscht um 1936
„Juden sind hier unerwünscht“, das stand auf diesem Schild. Benno guckte traurig und murmelte: „Hier also auch!“ „Was heißt denn hier auch?“, wollte ich wissen, und Benno verriet mir, dass er auch im Colombipark und im Strandbad schon ähnliche Schilder gesehen hatte. Ich guckte ihn erst erschrocken an, doch dann hatte ich eine Idee. In verschwörerischem Ton flüsterte ich ihm zu: „Komm, wir gehen trotzdem auf den Spielplatz, weiß doch keiner, dass du Jude bist, und auf die Stirn ist es dir ja nicht geschrieben, oder?“ Da mussten Benno und ich lachen und gemeinsam mit unseren Freunden hatten wir dann doch noch einen tollen Spielplatznachmittag. Ich hätte nicht gelacht, wenn ich damals gewusst hätte, dass den Leuten, die das Schild am Stadtgarten aufhängen ließen, ein paar Jahre später eine Idee einfiel, wie sie Menschen wie Benno auch äußerlich als Jüdinnen und Juden kennzeichnen konnten. Aber ich greife vor. Vieles hatte sich in Freiburg geändert. Ich verstand nicht, weshalb erwachsene Menschen, die in Deutschland regierten, jüdischen Menschen das Leben so schwer machten. Ich wollte Antworten haben und als ein Mann von der Regierung, er hieß Alfred Rosenberg, nach Freiburg auf den Münsterplatz kam, um eine Rede zu halten, dachte ich mir, ich würde die Antworten auf meine Fragen endlich bekommen. Komm mit mir auf den Münsterplatz!
| Ort | Freiburg im Breisgau |
| Autor | BL |
| Kategorien | Erinnern |
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| Lizenz | Unbeschränktes Nutzungsrecht (Public Domain) |
| Bildquelle | Stolpersteine in NRW |
| Urheber | unbekannt |
| Zugeordnete Touren | Ernst Benjamin (Benno) Loewy |