Die letzten Kriegstage 1945
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Anfang April 1945 befand sich Schnackenburg im sogenannten Brückenkopf Lenzen, einem von der deutschen Wehrmacht definierten Verteidigungsraum westlich der Elbe. Dieser erstreckte sich von Schnackenburg bis Gorleben und sollte den Übergang deutscher Truppen nach Norden sichern. Die Verteidigung lag überwiegend bei schwachen Infanterieeinheiten, insgesamt kaum mehr als 300 kampffähige Soldaten ohne nennenswerte schwere Waffen.
Bereits am 9. April 1945 begannen konkrete Verteidigungsmaßnahmen im Ort. An der Pankerschleuse wurde eine Panzersperre errichtet. Am 11. April räumten deutsche Truppen das westliche Elbufer, gleichzeitig setzte ein starker Ansturm auf die Elbfähre Schnackenburg–Lütkenwisch ein. Da die Fähre dem Andrang nicht mehr gewachsen war, wurde der Verkehr am 12. April bei Kapern in Richtung der Dömitzer Elbbrücke umgeleitet. In Schnackenburg besetzte der sogenannte Volkssturm die Deckungslöcher an der Panzersperre und wurde mit Panzerfäusten ausgerüstet.
Am 11. April 1945 wurden die Bürgermeister der Region – darunter auch der von Schnackenburg – durch einen deutschen Oberst darüber informiert, dass ihre Orte zum Kampfgebiet erklärt worden seien. Die Zivilverwaltung sollte militärischen Anweisungen Folge leisten, zugleich aber Ruhe in der Bevölkerung wahren. Eine Evakuierung der Zivilbevölkerung fand in Schnackenburg zu diesem Zeitpunkt nicht statt.
Ab dem 15. April 1945 rückten US-amerikanische Verbände von Süden und Westen rasch vor. Nach der kampflosen Einnahme von Bömenzien und Nienwalde erlangten die Amerikaner genaue Kenntnisse über die schwache deutsche Besetzung im Brückenkopf. Schnackenburg lag nun im unmittelbaren Operationsraum der amerikanischen Truppen.
Nachdem an der Panzersperre eine weiße Fahne gezeigt worden war, wurden die Einwohner W. Köhn, W. Kubel und E. Barda von deutschen Soldaten festgenommen und zu Verhören über die Elbe gebracht. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich im Ort kleinere Einheiten verschiedener Wehrmachtsteile auf.
Am 16. April 1945 drangen erstmals amerikanische Spähwagen unbehelligt in Schnackenburg ein. Ein geschlossener deutscher Widerstand fand dabei nicht statt. Am 18. April wurden jedoch noch zwei amerikanische Panzerspähwagen durch deutsche Kräfte abgeschossen. In den folgenden Tagen kam es im Umfeld Schnackenburgs – insbesondere in Gartow, Kapern, Pevestorf und Quarnstedt – zu teils heftigen Gefechten. Die Stadt selbst blieb zunächst von großflächigen Kampfhandlungen noch verschont.
Am 21. April 1945 erreichten die Kampfhandlungen Schnackenburg unmittelbar. Am Westrand Schnackenburgs richteten sich deutsche Abteilungen zur Verteidigung ein, während amerikanische Artillerie verstärkt Streufeuer auf den Ort legte. Am Nachmittag wurden Ida Rosenbrock (67 Jahre) und ihre Enkeltochter Elfriede Salomo (17 Jahre) auf dem Gelände der Ziegelei durch eine Granate deutscher Artillerie getötet. Gleichzeitig wird von den US-Truppen Kapern eingenommen.
Am 22. April 1945 begannen nach heftiger amerikanischer Feuervorbereitung die direkten Angriffe auf Schnackenburg. Zunächst stieß am Vormittag ein amerikanischer Verband aus fünf Panzern mit einem Infanteriezug in Richtung Stadt vor nach dem Holtorf eingenommen wurde; dieser erste Angriff scheiterte.
Am Nachmittag folgte ein zweiter, stärker angesetzter Angriff mit acht amerikanischen Panzern, unterstützt von Infanterie, die von Holtorf aus bis in das Zentrum Schnackenburgs vordrangen. Die deutschen Verteidiger zogen sich dabei schrittweise auf das rechte Elbufer zurück. Ein letzter deutscher Zug von etwa 25 Mann hielt noch bis in die frühen Morgenstunden des 23. April 1945 Stellungen in Schnackenburg und ergab sich dann kampflos den US-Truppen. Damit war die Stadt endgültig besetzt.
Am 23. April in den Mittagsstunden wurde Schnackenburg vollständig von der Zivilbevölkerung geräumt. Die Einwohner verließen den Ort zu Fuß, mit Handwagen, Pferdegespannen und Fahrzeugen in Richtung Bömenzien und in umliegende Dörfer der Altmark. Ab dem 27. April 1945 konnte die Bevölkerung allmählich zurückkehren.
(Quellen: "Geschichte des Grenzgebietes Gartow-Schnackenburg", R. Haberland, 1961, ab S. 337 und "Kriegsende im Wendland - Band II", Karl-Heinz Schwerdtfeger, 2010)
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© 2026 Stephan Prieß
In early April 1945, Schnackenburg was situated within the so-called Lenzen bridgehead, a defensive zone west of the Elbe defined by the German Wehrmacht. Stretching from Schnackenburg to Gorleben, it was intended to secure the northward movement of German troops. Responsibility for defense fell largely to weak infantry units—totaling barely more than 300 combat-ready soldiers—lacking any significant heavy weaponry.
Concrete defensive measures began in the town as early as April 9, 1945. An anti-tank barrier was erected at the Panker Sluice. On April 11, German troops withdrew from the western bank of the Elbe; simultaneously, there was a massive rush for the Schnackenburg–Lütkenwisch ferry. As the ferry could no longer cope with the volume of traffic, operations were diverted on April 12 via Kapern toward the Elbe bridge at Dömitz. In Schnackenburg, the *Volkssturm* (People's Militia) manned the defensive positions at the anti-tank barrier and was issued *Panzerfaust* anti-tank weapons.
On April 11, 1945, a German colonel informed the region's mayors—including the mayor of Schnackenburg—that their towns had been designated as combat zones. Civil authorities were ordered to comply with military directives while simultaneously maintaining calm among the population. No evacuation of the civilian population took place in Schnackenburg at that time.
From April 15, 1945, onwards, US forces advanced rapidly from the south and west. After capturing Bömenzien and Nienwalde without a fight, the Americans gained precise intelligence regarding the weak German garrison within the bridgehead. Schnackenburg now lay within the immediate operational area of the American troops. After a white flag was displayed at the anti-tank barrier, residents W. Köhn, W. Kubel, and E. Barda were arrested by German soldiers and taken across the Elbe for interrogation. At that time, small units from various branches of the Wehrmacht were present in the village.
On April 16, 1945, American scout cars entered Schnackenburg unopposed for the first time. There was no organized German resistance. However, on April 18, two American armored scout cars were destroyed by German forces. In the days that followed, fierce skirmishes broke out in the area surrounding Schnackenburg—particularly in Gartow, Kapern, Pevestorf, and Quarnstedt. The town itself was initially spared from large-scale combat operations.
On April 21, 1945, combat reached Schnackenburg directly. German units established defensive positions on the western edge of the town, while American artillery subjected the village to increasingly heavy harassing fire. That afternoon, Ida Rosenbrock (67) and her granddaughter Elfriede Salomo (17) were killed by a German artillery shell on the grounds of the brickworks. At the same time, US troops captured Kapern.
On April 22, 1945, direct attacks on Schnackenburg began following an intense American artillery barrage. That morning, an American force consisting of five tanks and an infantry platoon advanced toward the town after capturing Holtorf; this initial attack failed.
A second, more powerful attack followed in the afternoon, involving eight American tanks supported by infantry; they advanced from Holtorf into the center of Schnackenburg. The German defenders gradually withdrew to the right bank of the Elbe. A final German platoon of about 25 men held positions in Schnackenburg until the early morning hours of April 23, 1945, before surrendering to US troops without a fight. With this, the town was fully occupied.
Around midday on April 23, Schnackenburg was completely evacuated of its civilian population. Residents left the town on foot and with handcarts, horse-drawn wagons, and vehicles, heading toward Bömenzien and surrounding villages in the Altmark region. The population was able to begin returning from April 27, 1945, onwards.
(Sources: "Geschichte des Grenzgebietes Gartow-Schnackenburg" [History of the Gartow-Schnackenburg Border Area], R. Haberland, 1961, from p. 337; and "Kriegsende im Wendland – Band II" [End of the War in Wendland – Volume II], Karl-Heinz Schwerdtfeger, 2010)
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| Ort | Schnackenburg |
| Autor | Stephan |
| Kategorien | Erinnern |
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