Bertoldstraße 2026
Esther: Wir stehen hier zusammen auf der Bertoldsstraße. Hier hat mein Papa früher gearbeitet. Er hatte hier ein eigenes Geschäft.
Kind: Wie war das Geschäft? Kannst du es mir beschreiben?
Esther: Ja. Es war ein Möbelgeschäft. Wenn man die Tür aufmachte, klingelte eine kleine Glocke. Das Geräusch mochte ich sehr. Papa war freundlich und kannte viele Kundinnen und Kunden beim Namen.
Kind: Das klingt wie ein Laden heute. Bei uns gibt es auch viele Geschäfte, und oft arbeiten dort Familien zusammen.
Esther: Genau so war es bei uns auch. Ich kam manchmal nach der Schule vorbei, setzte mich auf
einen Hocker und hörte den Erwachsenen zu. Alles fühlte sich normal und sicher an. Aber irgendwann
war es dann nicht mehr so schön im Laden.
Kind: Was ist denn anders geworden?
Esther: Plötzlich gab es neue Regeln. Vor dem Laden von meinem Papa stand ein Schild, dass es ein jüdisches Geschäft war.
Kind: Was ist denn anders geworden?
Esther: Plötzlich gab es neue Regeln. Vor dem Laden von meinem Papa stand ein Schild, dass es ein jüdisches Geschäft war. Manche Menschen sagten, man solle dort nicht mehr einkaufen.
Kind: Das ist wirklich unfair.
Esther: Für mich war es komisch. Papa öffnete den Laden jeden Morgen, aber oft blieb es still und es
kamen keine Menschen mehr zum Einkaufen. Viele Menschen hatten Angst oder wollten nicht mehr
kommen.
Kind: Das muss sehr traurig gewesen sein für dich und deinen Papa.
Esther: Ja, ich war oft traurig und auch verwirrt. Unser Geschäft war doch früher ein Ort voller Leben. Schau dir doch mal die Aufgabe für diese Station an und danach gehen wir weiter.
| Ort | Freiburg im Breisgau |
| Autor | PH4 |
| Kategorien | Stadtbild |
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